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Bruno Gironcoli

(1936, Villach - 2010, Wien) » Zur Biografie

Bruno Gironcoli

Bruno Gironcoli war einer der international bedeutendsten Bildhauer seiner Generation und wurde am 27. September 1936 in Villach geboren. Seine Jugendjahre verbrachte er in Kärnten und Tirol. Seine Ausbildung begann 1951 in Innsbruck, wo er eine Goldschmiedelehre abschloss und kurz darauf nach Wien übersiedelte um Malerei an der Akademie für Angewandte Kunst bei Prof. Bäumer zu studieren. Sein künstlerisches Interesse galt auf malerischer Ebene der französischen Moderne, aber auch der abstrakte amerikanische Expressionismus faszinierte ihn. Besonders inspiriert hat ihn jedoch die Kunst von Alberto Giacometti die er während eines einjährigen Aufenthalts in Paris näher kennen lernte.

Motive seiner Installationen oder Environments bildeten Dinge des täglichen Lebens. Er setzte sich in seinen großformatigen Plastiken aber auch mit bewegenden Themen wie Gewalt, Unterdrückung, Mutter-Kind, Uterus, Weiblichkeit, Embryo und Mann auseinander. Er formte seine figurativen Arbeiten meist aus Aluminium, Stahl, Holz und Polyester und setzte sich mit dem Wiener Aktionismus, der Performance und dem Happening auseinander.

Im Jahre 1977 übernahm Gironcoli die Nachfolge Fritz Wotrubas und leitete die Bildhauerschule an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Diese Stelle bot ihm erstmals große Atelierräume, vor allem aber auch eine finanzielle Sicherheit und damit die Unabhängigkeit vom Kunstmarkt. In dieser Zeit waren u.a. Franz West und Hans Schabus seine Schüler.

1989 wird Gironcoli mit dem Österreichischen Skulpturenpreis der Erste Allgemeine Generali-Foundation ausgezeichnet. Nicht erst durch die Teilnahme an der Biennale di Venezia 2003 gebührte ihm großer, internationaler Erfolg, seit 2004 ist eine umfangreiche Werkschau in einem für ihn eigens geschaffenen Museum, im Park des Schlosses Herberstein in der Steiermark, zu sehen. Die Ausstellungsfläche beläuft sich auf rund 2000 Quadratmeter, auf denen die zahlreichen großformatigen, an fabelartigen Wesen erinnernden Skulpturen ausgestellt sind.

Am 19. Februar 2010 erlag er den Folgen einer schweren Krankheit, die man auf die von ihm verwendeten, teils giftigen Materialien zurückführt. Er wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

Gironcoli galt als großer Einzelgänger, er richtete sich mit seinen Werken nicht nach den Ausstellungsmöglichkeiten, sondern blieb seinem intuitiven, künstlerischen Schaffen treu. Waren seine frühen Werke meist Installationen aus vielen verschiedenen Objekten, fasste er diese später zu einer kolossalen Skulptur zusammen, welche für Kuratoren oftmals eine gern angenommene logistische Herausforderung barg. Gironcolis Arbeiten sind heute in unzähligen internationalen Sammlungen vertreten.

„Wer sich für das, was er gerne hat nicht anzünden lässt wie ein Heustadl, der hat nichts Besseres verdienen können als den bösen Himmel.“ (Bruno Gironcoli)Villach 1936 - 2010 Wien