Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

28. November 2013, 18:00 Uhr

0145

Albin Egger-Lienz

(Stribach bei Lienz 1868 - 1926 St. Justina bei Bozen)

„Kniender Bauer, Studie zum Ave Maria nach der Schlacht am Bergisel“
1894-1896
Öl auf Leinwand auf Karton
42,5 × 60,5 cm
Signiert rechts unten: A. Egger Lienz

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

Ausstellung

Zwischen den Kriegen, Kulturhaus Graz 19.11. 1996 – 26.1. 1997

 € 65.000

Der Maler Albin Egger-Lienz wurde am 29. Jänner 1868 geboren. Sein künstlerisches Talent wurde von seinem Vater, dem Kirchenmaler und Fotograf Georg Egger, früh erkannt und gefördert. Seine Ausbildung erhielt er ab 1884 an der Akademie der bildenden Künste in München bei Karl Raupp, Gabriel von Hackl und Wilhelm Lindenschmidt. Neben der Malerei der Münchner Schule sowie der französischen Pleinair-Malerei hatte besonders die Kunst Franz von Defreggers Einfluss auf sein frühes Werk. Später lässt sich vor allem durch die Beschäftigung mit der Kunst Ferdinand Hodlers eine Vereinfachung der Formensprache im Werk von Egger-Lienz beobachten. Ab 1899 lebt der Künstler mit seiner Frau in Wien, wo er Mitglied des Wiener Künstlerhauses sowie der Wiener Secession wurde. In den Jahren 1912/13 erhielt er eine Professur an der Hochschule für bildende Kunst in Weimar. 1926 starb der Künstler in St. Justina in Südtirol. (SK)

Das Gemälde „Ave Maria nach der Schlacht am Bergisel“ zählt zu den bedeutendsten Werken im Oeuvre von Egger-Lienz. Die Komposition, Vorbereitung und Ausführung des großen Gemäldes nahm einige Jahre in Anspruch und Egger-Lienz fertigte dafür zahlreiche Studien, Skizzen, einige lebensgroße Figuren und kleinere Bilder an. „Mit diesen Studien setzt der Maler Egger-Lienz zum ersten Male voll ein. Ein kraftvoller, männlicher Realismus setzt sich durch, die Schlacken der Sentimentalität fallen ab“, schreibt Kirschl. In vorliegender Studie eines Bauern stellt Egger-Lienz mit Einfühlungsvermögen den Moment nach der Schlacht dar, in sich gekehrt, die Schrecken des Kampfes kaum überwunden, kniet der Mann am Boden, die weiße Binde auf seiner Stirn zeugt von den Blessuren der Schlacht. In der gebeugten Haltung des Knienden, dem gesenkten Blick und der innbrünstigen Handhaltung zeigt sich Egger-Lienz großes malerisches Talent, indem er die Stärke und Demut des Bauern gleichermaßen ausdrückt. (vgl. Kirschl, Albin Egger Lienz, 1996, S. 47)