Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

26. November 2013, 19:00 Uhr

0713

Arnulf Rainer*

(Baden 1929)

„Einschuß“
1948
Bleistift auf Transparentpapier
24,5 × 39,7 cm
Signiert und datiert rechts unten: Rainer A. R. 48
Bezeichnet oben mittig: Einschußloch von einem Revolver 7 mm in geringer Entfernung in der Bauchgegend.

Provenienz

Oswald Wiener; Privatsammlung Klewan; seit 1979 Privatsammlung, Deutschland

Literatur

Arnulf Rainer TRRRR. Zeichnungen 1947-1951, Galerie Ariadne, Wien 1969, Abb. Schutzumschlag;
Centre Georges Pompidou (Hg.), Arnulf Rainer, Mort et sacrifice, Ausstellungskatalog Centre Georges Pompidou, Paris 1984, Abb. S. 20;
Peter Weiermair (Hg.), Arnulf Rainer, retrospettiva 1948-2000, Galleria Comunale d'Arte Moderna, Bologna 2001, Abb. S. 10

€ 30.000

Rainers Frühwerk steht im engen stilistischen Kontext mit den Protagonisten der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Ernst Fuchs bewunderte Rainers Manie im Zeichnerischen: „Dieses Schwarz wird als Faden der Angst und Depression aus Rainers Zeichenstiften gesponnen.“ Das frühe Blatt zeugt von dieser feinnervigen Intensität der Abbildung, die stets psychisch aufgeladen ist. Das Einschussloch speit das schwarze Fett heraus, die Blutstropfen wirken wie schmerzende Nagelstiche. Die Wunde als Orcus des Unheimlichen. (Florian Steininger)