Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

26. November 2013, 19:00 Uhr

0714

Karl Korab*

(Falkenstein 1937)

„Nature morte à la tete“
1973
Öl auf Hartfaserplatte
80 × 60 cm
Vom Künstler 2013 nachträglich signiert rechts unten: Korab

Provenienz

Galerie Fischer, Paris; Nachlass Monsieur Henri Samuel, Christie's, Monaco, 15 Dezember 1996 (lot 215)

€ 35.000

In seinen Stillleben erschafft Karl Korab eine eigene, in sich geschlossene Wirklichkeit aus klar abgegrenzten Formen. Die Tiefenwirkung des Bildes geschieht fast ausschließlich durch deren Schichtung, ihre starke Materialität nimmt Korabs Collagen vorweg. Durch ihre Stellung zueinander und die Plausibilität ihrer Form in Bezug auf im Alltag gemachte Erfahrungen erhalten die einzelnen Gegenstände innerhalb der Komposition Wirklichkeit und fügen sich zu einem in der Bildrealität funktionierenden Ganzen.
Diese Erfahrbarkeit von Korabs Bildwelten wird durch die Verwendung klassischer Bildformate verstärkt, die ein aus der Kunstgeschichte bekanntes Formular zum Beschreiben von Wirklichkeit bieten. Das vorliegende Werk verklammert – auch im Titel – Porträt und Stillleben und macht so für den Betrachter das Dargestellte als funktionierende Welt greifbar.
Die Nachvollziehbarkeit verleiht Korabs Werken eine Lebendigkeit, die klassischen Stillleben als rein der Betrachtung dienenden Ansammlungen meist toter Gegenstände fehlt. Sie implizieren menschliche Erfahrungswelten und sind somit das genaue Gegenteil surrealistischer Bildauffassung, der Korabs Frühwerk verschrieben war und gehen damit auch innerhalb der zeitgenössischen Kunst einen vollkommen eigenständigen Weg.
Die Verbindung von Mensch und Maschine, zusammen mit der intensiven Farbigkeit, reiht das Gemälde in eine Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre entstandene Werkgruppe ein. (Lit.: Ausstellungskatalog Wien 1999, Wilfried Seipel (Hg.), Korab. Bildwerke 1960-1999, Wien 1999. / Katalog des niederösterreichischen Landesmuseums, St. Pölten, Waldmüller, Schiele, Rainer. Meisterwerke des niederösterreichischen Landesmuseums vom Biedermeier bis zur Gegenwart, Wien – München 2000, S. 210.) (Nina Binder)