Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

19. Juni 2018, 18:00 Uhr

0304

Marie Egner

(Radkersburg 1850 - 1940 Maria Anzbach)

„Erntezeit“
um 1894/95
Öl auf Karton
44,5 x 55,5 cm
Signiert links unten: M. Egner
Rückseitig auf altem Etikett bezeichnet: Erntezeit
Etikett Künstlerhaus Wien rückseitig: 152/1923 (von Mag. Paul Rachler, Künstlerhaus-Archiv, Wien, bestätigt)

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

€ 11.000

Nach ihrer Studienzeit in Graz (1867-1872) bei Hermann von Königsbrunn und einem Studienaufenthalt in Düsseldorf (1873-1875) verlegte Marie Egner ihren Wohnsitz nach Wien, wo sie ein kleines Atelier mietete und ihren Lebensunterhalt mit Kunstunterricht verdiente. In den folgenden Jahren unternahm die Künstlerin zahlreiche Studienreisen, die sie in die österreichische Provinz, nach Italien und Südtirol führten. Mit ihrem Können unzufrieden, begann Egner 1881 Privatunterricht bei dem Landschaftsmaler Emil Jakob Schindler zu nehmen. In ihren Tagebuchaufzeichnungen beschreibt sie sich als seine bevorzugte Schülerin und deutet eine platonische Liebesbeziehung mit dem verheirateten Lehrer an. Als Ausweg aus dieser für sie enttäuschenden privaten Situation nahm die Künstlerin 1887/88 eine Stellung als Kunsterzieherin in einer Londoner Schule für höhere Töchter an. Dieses Jahr in England machte Marie Egner mit der Kunst des Aquarells vertraut, die sie fortan stetig weiterentwickelte. Der Aufenthalt in England bewirkte auch eine Loslösung von der Kunstauffassung ihres Lehrers Emil Jakob Schindler. Die nun 38-jährige Künstlerin fand zu einem eigenständigen, motivisch weit über jenen von Schindler hinaus dominierten Malstil, der von Licht und Farbe geprägt war.
(Monika Schweighofer)