Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

06. Dezember 2017, 18:00 Uhr

0660

Ernst Fuchs*

(Wien 1930 - 2015 Wien)

„Peinigung“
1948
Tusche- Federzeichnung auf Büttenpapier; gerahmt
34 x 44 cm (Passep.-Ausschn.)
Signiert und datiert rechts unten: Fuchs Ernst 1948

Provenienz

Privatbesitz, Wien

Literatur

Friedrich Haider (Hg.), Ernst Fuchs. Zeichnungen und Graphik. Aus der frühen Schaffensperiode. Mit Hinweisen auf die Malerei, Wien 2003, Abb. S. 118.

€ 25.000

Zahlreiche Anspielungen auf die christliche Religion, allen voran der Gekreuzigte als zentrale Figur, dahinter der Tempel von Jerusalem umgeben von gängigen Symbolen wie dem Opferlamm, der Dornenkrone, den Wundmalen, weinenden Frauen und der angedeuteten Himmelfahrt des Herren, an dessen Körper sich bereits ein Aasgeier zu schaffen macht, bevölkern dieses Blatt. Am linken Bildrand, dominant und unübersehbar, die Versuchung in Form einer fülligen nackten Frau. All das kennzeichnet diese Tusche- Federzeichnung von Ernst Fuchs und lässt sich analog zu dessen Titel „Peinigung“ lesen. Es handelt sich um ein Frühwerk des Künstlers, das dieser als 18-Jähriger geschaffen hat.

Der in Wien geborene Künstler Ernst Fuchs war als Grafiker, Maler, Bildhauer, Designer, Bühnenbildner, Architekt, Komponist und Dichter tätig und hat sich mit der Otto Wagner Villa in Hütteldorf sein eigenes Museum geschaffen. Fuchs gilt gemeinsam mit Arik Brauer, Wolfgang Hutter, Rudolf Hausner und Anton Lehmden als Begründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Bereits in seiner frühen Schaffensphase beherrschte Ernst Fuchs altmeisterliche Techniken und beschäftigte sich mit der jüdisch-christlichen Geschichte, die er zeichnerisch interpretiert. (Clarissa Mayer-Heinisch)