Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

13. Mai 2014, 17:00 Uhr

0099

Carl Fahringer*

(Wiener Neustadt 1874 - 1952 Wien)

„Bali“
1939
Öl auf Hartfaserplatte
51 × 67 cm
Signiert, datiert und bezeichnet rechts unten: C. Fahringer 39 Bali

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

€ 20.000 - 40.000

In den zwanziger Jahren unternahm Carl Fahringer ausgedehnte Studienreisen nach Java, Sumatra und Bali, wo ihn das ursprüngliche Leben der Insulaner beeindruckte und zu Bildern voller Farbenpracht inspirierte. Fahringer selbst erzählte in einem Interview: ""Schon vor Jahren habe ich mich fast acht Monate in Bali aufgehalten und mich in diese Insel verliebt. Als ich wiederkam, fand ich wohl viele Freunde vor, aber wie sehr hat sich das Leben verändert. Immer tiefer ins Innere zieht sich die Ursprünglichkeit der Insulaner zurück, immer weiter dringt Europa mit seiner Technik vor. (…) Doch der frühere Geist lebt noch in der Bevölkerung (…)." (zitiert nach: Albert Graf-Bourquin, Carl Fahringer, Lustenau 1970)

Mit bewegtem, freiem Pinselduktus fängt Fahringer auf dem hier präsentierten Gemälde das lebendige Treiben auf einem Dorfplatz in Bali ein. Intensiv leuchtende kräftige Farben vermitteln die exotische Schönheit der Eingeborenen in ihren bunten Gewändern. Dicke Pinselstriche legen sich dynamisch kreuz und quer über die Bildfläche, um sich in einzelnen Bildpartien zu verselbständigen und - nahezu losgelöst von der Gegenstandsbeschreibung - ein Bild orgiastischer Lebensfreude zu evozieren. Die Farbe wird in diesem Bild zum wesentlichen Protagonisten der Darstellung. Deutlich spürbar ist Fahringers Auseinandersetzung mit der künstlerischen Auffassung der Fauves, die der Farbe die Rolle des zentralen künstlerischen Mediums zukommen ließen. (CMG)