Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

28. November 2013, 18:00 Uhr

0117

Franz Xaver Petter

(Wien 1791 - 1866 Wien)

„Stillleben mit Blumen und Buch“
Öl auf Holz
79 × 61,5 cm

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

€ 35.000 - 60.000

Franz Xaver Petter war der Sohn eines Porzellanmalers. Er sollte denselben Beruf wie sein Vater ergreifen, hatte aber schon bald mehr Interesse an der Ölmalerei. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Johann Baptist Drechsler und bei dessen Nachfolger an der Manufakturzeichenschule Sebastian Wegmayr. 1815 wurde er Korrektor an der Blumenzeichenschule der Akademie, 1822 Professor an der Manufakturzeichenschule, 1835 Direktor und akademischer Rat. 1848 ging er dort in den Ruhestand.

Seine Werke waren ab 1816 zunächst auf Kunstausstellungen der Akademie, dann im Österreichischen Kunstverein regelmäßig ausgestellt. Petter war einer der bedeutendsten Blumenstilllebenmaler der Biedermeier-Zeit in Wien. Die Art seiner Blumendarstellungen geht auf seinen Lehrer Drechsler, und über diesen auf die Kunst der Niederländer des 17. Jahrhunderts zurück. Später gestaltete er auch kleinformatige Früchtestücke und am Ende seines Lebens Blumen vor Landschaftshintergrund. Petters Bilder erfreuten sich bei Adel und Bürgertum goßer Beliebtheit.

Zu unserem Gemälde gibt es eine signierte Studie (siehe Vergleichsabb.), welche sich im Besitz des Einbringers befindet. Der kleinformatige Entwurf weicht vom Ölgemälde in wenigen Details ab; so zeigt Petter in der Studie ein Madonnenbildnis, im großen Format wird es ein Herrenporträt. Das Bild im Bild wird links von einem roten Vorhang hinterfangen, rechts davon zieht ein prächtiger Blumenstrauß in einer kunstvoll verzierten Vase alle Blicke auf sich. Rosen, Hyazinthen, Stiefmütterchen, Fresien und Ackerwinde befinden sich in der Vase. Im Vordergrund arrangierte der Künstler auf einem geöffnetem Buch ebenfalls Blumen, zu weißen und roten Rosen, Fresien und Hyazinthe fügte er Lilien und Narzissen hinzu. Am rechten Bildrand rankt sich Efeulaub. Das Gemälde zeichnet sich durch genaue Naturbeobachtung, harmonische Komposition und kräftige Farbgebung aus. Gekonnt wurde hier ein prunkvolles Stillleben komponiert, welches kostbar und vor allem farblich delikat wirkt. (MS)