Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

26. November 2013, 17:00 Uhr

0508

Albin Egger-Lienz

(Stribach bei Lienz 1868 - 1926 St. Justina bei Bozen)

„An der Drau (Der Flößer)“
um 1898-1899
Öl auf Leinwand
100 × 74 cm
Signiert rechts unten: A. Egger Lienz
Rückseitig Etikett mit Bezeichnung

Provenienz

Dorotheum Wien, Auktion am 12. 05. 2009, lot 17; Privatbesitz, Österreich

Ausstellung

1899 Deutsche Kunstausstellung, Dresden, Kat.-Nr. 65

Literatur

Wilfried Kirschl, Albin Egger Lienz. 1868-1926. Das Gesamtwerk, Band II, Christian Brandstätter Verlag, Wien 1996, S. 516, WV-Nr. M 127 (o. Abb.)

€ 50.000 - 100.000

Albin Egger-Lienz wurde am 29. Jänner 1868 in Stribach in der Nähe von Lienz in Osttirol geboren. Seinen ersten Malunterricht erhielt er von seinem Vater, dem Kirchenmaler Georg Egger und dem befreundeten Maler Hugo Engl. Ab 1884 studierte er an der Münchener Akademie unter Karl Raupp, Gabriel von Hackl und Wilhelm Lindenschmidt. Bis 1899 lebte und arbeitete er in München. Der Einfluss Franz von Defreggers auf sein frühes Werk war groß, er fand jedoch auch in der Malerei der Münchener Schule und der modernen französischen Malerei künstlerische Orientierung. Später kam es, vor allem durch die Auseinandersetzung mit der Kunst Ferdinand Hodlers, zu einer Vereinfachung der Formsprache. 1899 übersiedelte Egger-Lienz mit seiner Frau nach Wien. Von 1900 bis 1910 war er Mitglied des Wiener Künstlerhauses, ab 1909 Mitglied der Wiener Secession. 1912/13 wirkte er als Professor an der Hochschule für bildende Kunst in Weimar, anschließend ließ sich der Künstler in St. Justina bei Bozen nieder, wo er am 4. November 1926 starb.

Während der Münchner Jahre spielte für Egger-Lienz die intensive Auseinandersetzung mit internationalen Kunstströmungen eine entscheidende Rolle. Er sah sich mit Werken von Gustave Courbet, Jean Francois Millet und vor allem auch der Impressionisten konfrontiert. Die Errungenschaften der französischen Freilichtmalerei, denen sich damals kaum ein Maler entziehen konnte, hinterließen auch bei ihm Eindruck. Das in den Jahren um 1898-99 entstandene Gemälde "An der Drau" spiegelt die künstlerische Beschäftigung mit der modernen plein-air-Malerei deutlich wider: die Darstellung des Flößers an der Drau zeigt den Menschen als Teil der Natur, eingebunden in ein malerisch aufgelöstes Fluidum aus fein nuancierten, erdigen Farbtönen und einer Fülle von Lichtreflexen, die den Stimmungscharakter des Augenblicks bestechend schön einzufangen versuchen. (CMG)