Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

26. November 2013, 17:00 Uhr

0535

Rudolf Wacker

(Bregenz 1893 - 1939 Bregenz)

„Studie zu Uferlandschaft“
1935
Öl auf Karton
53,5 × 74 cm

Provenienz

direkt vom Künstler erworben; Privatbesitz, Österreich

Literatur

Rudolf Wacker und Zeitgenossen. Expressionismus und Neue Sachlichkeit, Ausst.-Katalog Bregenzer Kunstverein, Kunsthaus Bregenz 1993, Nr. 227, Abb. S. 210; Kunsthaus Bregenz, Rudolf Wacker-Archiv Nr. 73

€ 50.000

In den späten dreißiger Jahren sah sich Rudolf Wacker zunehmend mit der sich verschärfenden politischen Lage konfrontiert. Im Mai 1938 fanden bei ihm Hausdurchsuchungen und Verhöre durch die Gestapo statt. Das Naturerlebnis und die künstlerische Auseinandersetzung mit der Landschaft bedeuteten für ihn in dieser Zeit eine Möglichkeit, den Druck der Besorgnis erregenden Gegenwart ein wenig zu mildern. Er widmete sich verstärkt 'schönen' Motiven wie Gärten, vor allem aber auch der Landschaft am Ufer des Bodensees.
In sein Tagebuch schrieb Wacker dazu schon 1932: "Wenn Idyllisches dargestellt wird, kann es nicht ohne kritischen Abstand geschehen, wir selbst können nicht mehr in der Idylle sein. Wir stellen sie noch fest, in irgendeinem Winkel, als Rest, als Vergehendes, Vergangenes, - mit einer Spur von Traurigkeit im Herzen, mit etwas Spott im Kopfe, mit Sinnen, die darüber weg in die Ferne denken." (Rudolf Wacker, Tagebuchnotiz, 8. 4. 1932, zitiert in: Rudolf Sagmeister, Ausst.-Kat. Bregenz 1993, S. 195) (CMG)