Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

26. November 2013, 19:00 Uhr

0715

Josef Pillhofer*

(Wien 1921 - 2010 Wien)

„Hamurabi“
1970
Bronze
H. 185 cm
Monogramiert am Sockel: P
Auflage: 6 Stück, Abguss vom Stein

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

Literatur

Peter Bogner, Künstlerhaus (Hg.): Josef Pillhofer. Das Ideal der Proportion, Wien 2011, S. 75; Walter Buchebner Gesellschaft (Hg.): Josef Pillhofer. Das Gestalthafte in der Natur. Plastiken und Zeichnugen, Mürzzuschlag 1981, Kat. 73, o.S.

€ 29.000

Die mächtige, fast zwei Meter erreichende Skulptur „Hamurabi“ geht thematisch auf den babylonischen König Hammurabi (1728-1686 v.Chr.) und auf das in diesem Zusammenhang entstandene altbabylonische Relief des Codex Hammurabi im Louvre zurück. Sie zählt zu seinen erhabensten Arbeiten und kann als ein außerordentliches Meisterwerk unter den Arbeiten der 1970er Jahre gelten. Die Bronze, ein Abguss einer Steinskulptur, zeigt sich dem Betrachter im ersten Moment als ein großes, komplexes Gefügen von kubischen Elementen. Doch schon kurz nach dem ersten intensiven Studieren der Bronze kann man – wie sehr oft bei Pillhofers Arbeiten – ein Ordnungsgefüge erkennen, nach dessen Schema die gesamt Skulptur komponiert wurde, das schlussendlich ein harmonisches Gleichgewicht der einzelnen Würfel zum Inhalt trägt.
Pillhofer perfektionierte im Jahrzehnte langen schöpferischen Prozess das Spiel mit den verschiedenen Volumina. Erkennbar ist dies an den komponierten Vor- und Rücksprüngen, dessen harmonisches Resultat erst in der Allansichtigkeit zum Tragen kommt, und noch durch die Absicht des Künstlers, einen einheitlichen Charakter und eine Geschlossenheit der Figur zu erzielen, verstärkt wird. Neben dieser hier vorliegenden Skulptur sind uns noch weitere fünf Arbeiten bekannt, wobei sich drei Arbeiten in musealem Besitz befinden (Sammlung Essl, Rupertinum und Freilichtmuseum) und zwei weitere in Privatbesitz. (CP)