Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

23. April 2013, 18:00 Uhr

0084

Eduard Bäumer*

(Kastellaun 1892 - 1977 München)

„Stillleben“
1954
Öl auf Holzplatte
72,5 × 94,8 cm

€ 20.000

Eduard Bäumer *
(Castellaun im Hundsrück 1892 - 1977 München)

Stillleben, 1954
Öl auf Holzplatte; 72,5 x 94,8 cm
Signiert und datiert links unten: Eduard Bäumer 1954

Provenienz: österreichischer Privatbesitz

Literatur: Eduard Bäumer, heraugegeben von Hochschule für angewandte Kunst in Wien, Salzburger Landessammlungen Rupertinum, Salzburg 1992, Abb. S. 187

Landschaften und Städtebilder waren die bevorzugten Themen von Eduard Bäumer. In der Natur suchte er die Ursprünglichkeit, in den Städten die Ordnung und Raumgestalt. Geboren 1892 in Castellaun im Hunsrück und ausgebildet am Städel in Frankfurt am Main, war er auch Student an der Itten-Schule in Berlin und stand dem Bauhaus und etlichen seiner Lehrer nahe. Bäumer entdeckte schon in den 1920er Jahren die Landschaft und die ganz eigenartige Architektur der kleinen Städte in den Abruzzen unweit von Rom. Die urtümliche Natur und die städtischen Strukturen wurden lebenslang seine bevorzugten Motive, die er vorzugsweise in Italien und Paris, aber auch in seiner Wahlheimat Salzburg immer wieder in allen möglichen Techniken malte und zeichnete. Formal blieb Eduard Bäumer ein Suchender. Er war nicht einem bestimmten Stil zuzuordnen, er war eher den Franzosen nahe als den deutschen Expressionisten, obwohl er sich immer wieder auch bemühte Themen der Zeit aufzugreifen. Seine künstlerische Haltung blieb stets zwar interessiert, aber ebenso distanziert. Seine Studenten (er war von 1946 - 1963 Professor für Malerei an der Akademie - heute Universität - für angewandte Kunst in Wien) schätzten an ihm seine Haltung und den Respekt vor den teilweise doch sehr unterschiedlichen Begabungen (u.a. waren Bruno Gironcoli und Christian Ludwig Attersee Schüler von ihm).
Eduard Bäumer starb 1977 nach dem Besuch der großen Kandinsky Ausstellung in München bei einem Verkehrsunfall.
Wenn man will, kann man sein Lebenswerk in mehrere Bereiche teilen,: die frühen Arbeiten (1920 – 1930) waren vom Kubismus und der Neuen Sachlichkeit beeinflusst, in seinen späten Arbeiten (ab den 1960er Jahren) fand er in Kalabrien, dem südlichsten Teil Italiens, zu einem völlig eigenen Stil der Landschaftsmalerei, seine Suche nach Abstraktion und Strenge aber fand besonders in den 1950er Jahren in seinen Portraits und Städtebildern, u.a. von Wien und Salzburg eindrucksvolle Darstellung.