Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

23. April 2013, 18:00 Uhr

0066

Alfred Wickenburg*

(Gleichenberg 1885 - 1978 Graz)

„Landschaft, Wiesbach“
1928/31
Öl auf Leinwand
125 × 75 cm

€ 25.000 - 50.000

Alfred Wickenburg *
(Gleichenberg 1885 - 1978 Graz)

Landschaft, Wiesbach, 1928/31
Öl auf Leinwand; 125 x 75 cm

Provenienz: ehemals Sammlung Johannes Wickenburg; österreichischer Privatbesitz

Ausstellungen: Künstlerhaus, Graz, 1982, o. S., Kat.-Nr. 34 (dort mit dem Titel "Parklandschaft"); Galerie Brandstätter, Wien, 1977, Kat.-Nr. 14 (dort mit dem Titel "Landschaft mit Mond"); Sezession, Graz, 1931, Kat.-Nr. 219 (dort mit dem Titel "Mondlandschaft bei Graz")
Literatur: Othmar Rychlik, Alfred Wickenburg. Das Künstlerische Werk 1905-1945, Verlag Christian Brandstätter, Wien, 1996, S. 240, WV Ö83 (falsche Abbildung)

Alfred Wickenburg war gemeinsam mit Wilhelm Thöny der Mentor der steirischen klassischen Moderne, er war der erste, der Kubismus, Futurismus und die "Pittura metafisica" rezipierte. Als langjähriger Vizepräsident der Sezession Graz trug er wesentlich zur Weltoffenheit und den internationalen Erfolgen dieser Kunstvereinigung bei. Wegen seiner avantgardistischen Bilder verlor er 1932 seine Stellung als Zeichenlehrer und wurde 1933 wegen einer Madonnendarstellung öffentlich angegriffen. Nach der Krise der Sezession im Jahr 1934 besserte sich seine Lage wesentlich. Er wurde Professor an der Landeskunstschule und Präsident der Sezession. 1936 nahm er an der Biennale in Venedig und 1937 an der Weltausstellung in Paris teil.

Als die Nationalsozialisten immer stärker wurden und schließlich die Macht an sich rissen, begann er in "verdeckter Malweise" kritische Inhalte zu vermitteln. Sein typischer Stil galt als "entartet", seine Fresken im Arbeiterkammersaal in Graz wurden übertüncht. Er wurde von der Ortweinschule entlassen, dann probeweise beschäftigt und erst ab 1941 wieder bei vollem Gehalt als Assistent angestellt. An Ausstellungen beteiligte er sich mit angepassten Bildern, daneben führte er aber einen Werkstrang weiter, in dem er seine moderne Malweise hochhielt. Nach Kriegsende wurde er Präsident der wiedergegründeten Sezession Graz und erhielt die Leitung der Freskoklasse in der Ortweinschule. Er beteiligte sich an den Ausstellungen des Wiener ART-CLUB und nahm 1950 an der Biennale in Venedig teil. Später wurde er Delegierter der Unesco und Mitglied des österreichischen Kunstsenats.