Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

13. November 2012

0020

Sebastian Vrancx zug.

(Antwerpen 1573 - 1674 Antwerpen)

„Landschaft mit Soldaten und Bauern“
Öl auf Holz
32 × 44,5 cm

€ 12.000 - 20.000

Sebastian Vrancx zugeschrieben
(Antwerpen 1573–1674 ebd.)

Landschaft mit Soldaten und Bauern
Öl auf Holz, parkettiert, 32 × 44,5 cm
Provenienz: Wiener Privatsammlung
Literatur: möglicherweise CX. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler Wiener Secession. Drei Jahrhunderte Vlämische Kunst 1400–1700, 11. Jänner bis 23. Februar 1930, Nr. 104a, S. 43 (ohne Abb.)
Die Bearbeitung des Kataloges zur Ausstellung in der Wiener Secession erfolgte durch Dr. Gustav Glück, damals Direktor der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums Wien.

Laut Karel van Manders Schilder-Boeck absolvierte der aus Antwerpen stammende Sebastian Vrancx seine Ausbildung bei Adam van Noort. Zurückgekehrt von einer Italienreise, wurde er um 1600 Meister der Antwerpener Lukasgilde, 1612 deren Oberdekan. Neben Volksszenen im Freien, auf Dorfstraßen, Jahrmärkten und Kirchweihfesten, schuf er besonders zahlreiche Darstellungen von Soldaten, Überfällen und Reiterkämpfen. Das von ihm geprägte Sujet des flandrischen Militärgenres und Schlachtenbildes wurde dann von seinen Schüler Pieter Snayers weiterentwickelt. Von Vrancx selbst ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern wie Joos de Momper und Jan Brueghel d. Ä. dokumentiert. Er schuf für deren Landschaften die Staffagefiguren.
Unser Gemälde zeigt eine Landstraße, die in bewaldeter Landschaft von einem Dorf in der linken Bildhälfte, über die Bildmitte des Vordergrundes, wiederum in den weiten Ausblick des rechten Bildhintergrundes führt. Zentraler Blickpunkt ist die schmale Holzbrücke über einen von knorrigen Weiden gesäumten Bachlauf, welche zwei Frauen, die ihre Einkäufe auf dem Kopf tragen, überqueren. Links von ihnen befindet sich eine Gruppe berittener Soldaten. Die Figuren zeigen die für Vrancx charakteristische starke Eigenfarbigkeit und detailreich gestalteten Gewänder und Uniformen.