Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

17. April 2012

0056

Oskar Kokoschka*

(Pöchlarn 1886 - 1980 Montreux)

„Blumen“
1969
Aquarell auf Papier
69,5 × 44 cm

Schätzpreis: € 50.000 - 80.000
Ergebnis: € 60.000
Auktion ist beendet.

Oskar Kokoschka*
(Pöchlarn 1886 - 1980 Villeneuve/CH)

Blumen
Aquarell auf Papier
69,5 x 44 cm
Signiert und datiert rechts unten: Okokoschka (19)69
ungerahmt. (zusätzliche Kosten für den Rahmen: 700 €)
Provenienz: Privatbesitz, Australien

NORMALBESTEUERUNG

Oskar Kokoschka wurde am 1. März 1886 in Pöchlarn an der Donau geboren. Ab 1904 studierte er an der Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie Malerei. Schon 1907 arbeitete er für die Wiener Werkstätte, die er aber unter dem Einfluss Adolf Loos´ bereits 1909 wieder verlässt. Besonderes Aufsehen erregten seine Bilder bei den Ausstellungen der Kunstschau 1908 und 1909. Im Jahr darauf ist er für die Berliner Zeitschrift „Der Sturm“ tätig; außerdem schloss er einen Vertrag mit der Galerie Paul Cassirer. Ein Jahr später kehrte er nach Wien zurück. Es folgen diverse Ausstellungsbeteiligungen in Budapest, Zürich, München und Stuttgart.
1912/13 war er Assistent an der Wiener Kunstgewerbeschule. Um 1916 fand er Anschluss an den Kunst- und Kulturkreis um die Schauspielerin Käthe Richter. Von 1919 bis 1924 ist er Professor an der Dresdener Akademie. Danach unternahm Kokoschka zahlreiche Reisen. 1934 bis 1938 lebte er in Prag und 1937 fand seine erste große Ausstellung in Wien statt. Im gleichen Jahr wurden in Deutschland 417 Werke seiner Hand als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Im Jahr darauf flüchtete Kokoschka vor dem Nationalsozialismus nach London. 1947 wurde er englischer Staatsbürger. Nach dem Krieg erhielt er zahlreiche Ehrungen und nahm an vielen bedeutenden Ausstellungen teil. Auch unterrichtete er unter anderem in der von ihm mitbegründeten „Schule des Sehens“ in Salzburg. 1953 übersiedelte er nach Villeneuve am Genfersee, wo er am 22. Februar 1980 stirbt.

Während der Kriegsjahre entstanden oft Naturdarstellungen, wie die sehr zahlreichen Farbstiftzeichnungen beweisen. Landschaften, Arbeiten auf dem Feld, Tierherden und Stillleben gehörten zu seinen bevorzugten Motiven. Ein Bild über die tragische Wirklichkeit hinaus. Blumen bedeuten Leben, üppige Vegetation eine flüchtige Schönheit; gemaltes Paradies wiedersinnigerweise mitten im Krieg. Von der Lebenskraft der Natur angezogen, beobachtete Kokoschka während seines Aufenthaltes in England und Schottland die Natur aus einem "verengten" Blickwinkel heraus und konzentrierte sich auf die allernächste Umgebung, ganz im Gegensatz zu den weitläufigen Stadtansichten, die er in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre malte. Der Künstler suchte eine intimere, bescheidenere Natur. (Musée Jenisch. Werke aus der Oskar Kokoschka-Stiftung. Vevey 1994. S. 130)