Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

17. April 2012

0055

Gustav Klimt

(Wien 1862 - 1918 Wien)

„Tänzerin“
Schwarze Kreide auf Japanpapier
55 × 34,9 cm

Schätzpreis: € 30.000 - 60.000
Ergebnis: € 110.000
Auktion ist beendet.

Gustav Klimt
(Wien 1862 - 1918 Wien)

Tänzerin
Studie für die "Tänzerin" ("die Erwartung"), 1907/08, Stocklet Fries 1905 - 1911, sowie
Studie zu Kat.Nr. 1694 "Tänzerin, Wiederholung links unten" (Sammlung Dr. Leopold, Wien)
Schwarze Kreide auf Japanpapier
55 x 34,9 cm
Nachlassstempel rechts unten.
Ungerahmt. (zusätzliche Kosten für den Rahmen: 700 €)
Provenienz: Privatbesitz, Wien
Literatur: Alice Strobl. Die Zeichnungen. 1878 - 1918. Band II. Salzburg 1982. S. 144, Nr. 1660 (Abb.).; S. 152 (Abb.).

"Klimt nahm seinen Ausgang von der Vorstellung der tanzenden "Salome" und griff in Verbindung damit zunächst auf nicht verwendete Entwürfe für die "Tänzerin" des Stocklet-Frieses zurück (Kat.Nr. 1160-63), entwickelte aber gleichzeitig eine zweite Serie von Studien (Kat. Nr. 1699-1704), der mit einzelnen Ausnahmen ebenfalls Tanzbewegungen zugrunde liegen. Während von diesen Entwürfen im ausgeführten Gemälde die Wahl des Modells und die Andeutung des Raffens des Gewandes übernommen wurden, blieb von den Studien der ersten Serie die Bewegung nach links erhalten. Dieses scheinbare Fehlen jedes Hinweises auf den Tanz und die Unkenntnis der vorbereitenden Studien sowie das mit der linken Hand gehaltene, abgeschlagene Haupt und nicht zuletzt die Angabe im Katalog der Internationalen Kunstschau mögen auch der Grund gewesen sein, dass dieses Bild von den Zeitgenossen nicht als "Salome" sondern als "Judith" benannt wurde, während moderne Forschung beide Titel anführt.
Den Ausgangspunkt für die Darstellung bildete wohl die erst vor kurzem bekanntgewordene Kreidezeichnung Kat. Nr. 1660, die sowohl das Erkennen des Zusammenhanges mit den Blättern Kat. Nr. 1660 a - 1663 ermöglichte als auch den Verfasser in die Lage versetze, eine Verbindung mit der aquarellierten Kreidezeichnung Kat. Nr. 1694 herzustellen. Nur durch diese Reihung konnte letztgenannte als Entwurf für das ausgeführte Bild identifiziert werden, wobei die kleine, links unten angebrachte Skizze diesem in der Haltung noch mehr entspricht. Auch sonst sind die Gemeinsamkeiten sehr groß, etwa die Art in der das Dekolleté wiedergegeben ist, das weite Ausschwingen der Frisur nach hinten oder die Oberarmspangen, die den linken Arm halten." (Strobl 1982, S. 151)