Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

17. April 2012

0072

Conrad Felixmüller*

(Dresden 1897 - 1977 Berlin)

„Bildnis des Ehepaares“
1922
Öl auf Leinwand
75 × 106 cm

€ 90.000

Conrad Felixmüller*
(Dresden 1897-1977 Berlin)

Bildnis des Ehepaares Irma und Fritz Fässler
Öl auf Leinwand
75 x 106 cm
1922
Verso auf Leinwand bezeichnet: Felixmüller, 1922 in Augsburg
Signiert links oben: Felixmüller
Provenienz: Auftragsarbeit für Irma und Fritz Fässler; deutscher Kunsthandel; deutsche Privatsammlung
Literatur: Heinz Spielmann. Conrad Felixmüller. Monographie und Werkverzeichnis der Gemälde. Wienand, Köln 1996. S. 244, Nr. 298 (ohne Abb.).
Fotoexpertise von Frau Brigitte Felixmüller liegt bei.
Gutachten von Herrn Professor Dr. Heinz Spielmann liegt bei:
"Das Gemälde entstand in einer der wichtigsten Schaffensphasen des Künstlers. Sie ist dem Expressionismus zuzurechnen, erscheint aber nicht mehr als so kantig und abstrahiert wie in der vergangenen Periode von 1917 bis 1920; sie ist auch nicht mehr durch politisches Engagement bestimmt, vielmehr durch eine sich unmittelbar mitteilende Humanität. Im internationalen Kunsthandel wurden während der vergangenen Jahrzehnte die Gemälde der Jahre 1921/22 bis 1926 besonders hoch bewertet […]. Das Doppelbildnis Irma und Fritz Fässler zählt in der genannten Gruppe zu den hervorragenden, den Standard deutlich übertreffenden Zeugnissen." (Auszug aus dem Gutachten von Herrn Prof. Dr. Heinz Spielmann)

Schon in jungen Jahren entstand dieses Doppelporträt des Ehepaares Irma und Fritz Fässler als Auftragsarbeit. Als revolutionärer Expressionist blieb er immer dem Naturalismus und der Neusachlichkeit verbunden. Das Abbilden des Menschen stand immer im Mittelpunkt seines Schaffens, das Porträtieren seiner Familie und Freunde war ihm ein besonderes Anliegen. Felixmüller wurde schon früh von bedeutenden deutschen Galerien vertreten und erlangte großes Ansehen. "Seine auf elementare, geometrische Formen reduzierten Figuren sind groß gesehen. Sie beherrschen mit ihren Köpfen die Bilder. Selten stellt Felixmüller in seinen Gemälden, die bis Mitte der zwanziger Jahre entstanden, ganze Figuren dar, allenfalls Oberkörper und Köpfe. Den Ausdruck gewinnen seine Gestalten durch Physiognomie und Hände, denen der Körper die Folie liefert. Köpfe und Hände sowie die Hintergründe werden bestimmt durch das phosphoreszierende Kolorit, während die durch die Kleidung verborgenen Körperformen - Rumpf und Arme - dunkel bleiben. Auf diese Weise tritt die Erscheinung der Dargestellten suggestiv vor Augen, vom Pathos ihres Sendungsbewusstseins getragen, das den Betrachter unwillkürlich in seinen Bann zieht." (Heinz Spielmann. Conrad Felixmüller. Monographie und Werkverzeichnis er Gemälde. Wienand Köln 1996. S.25).