Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

30. Juni 2022, 17:00 Uhr

2208

Günter Brus*

(Ardning 1938 - 2024)

„Informel“
1960
Tusche auf Papier; gerahmt
44,6 x 63 cm (Blattmaß)
Signiert und datiert rechts unten: Brus 1960

Provenienz

Kunsthandel Heike Curtze, Wien;
österreichische Privatsammlung

Ausstellung

1993/94, Paris, Centre Georges Pompidou, Limite du visible, Rétrospective 1960-1993, 13.10.1993-03.01.1994

Literatur

Catherine Grenier/Galeries Contemporaines Centre Georges Pompidou (Hg.), Günter Brus. Limite du visible, Ausstellungskatalog, Centre Georges Pompidou, Paris 1993, S. 290.

Schätzpreis: € 35.000 - 70.000
Ergebnis: € 105.300 (inkl. Gebühren)
Auktion ist beendet.

Geprägt durch seine Auseinandersetzung mit dem abstrakten Expressionismus und beeindruckt von der internationalen Nachkriegskunst, die er im Katalog der Documenta II in Kassel 1959 und bei seinem Besuch auf der XXX. Biennale in Venedig 1960 studieren kann, wendet sich Günter Brus einer radikal gestischen, das Bildformat sprengenden Malerei zu. „Die explosive Energie des Informel eröffnet ihm eine neue Perspektive, die starren Konventionen und den engen Rahmen der Tafelmalerei zu sprengen.“ (Günter Brus. Die Einsamkeit des Spätklassikers, Ausstellungskatalog, Wienerroither & Kohlbacher, Wien 2019, S. 18)

Er zeichnet direkt am Boden auf dünnen Blättern, legt Farbschraffuren übereinander, kreuzt sie, lässt sie nach allen Seiten hin ausufern. Es ist „wie wenn eine Bombe explodiert“ wäre, „das war totaler schöpferischer Exzess“, beschreibt sein Malerkollege Otto Muehl den in seiner Vehemenz kaum zu überbietenden Schaffensprozess. (Otto Muehl, Weg aus dem Sumpf, Nürnberg 1977, auf: https://www.museum-joanneum.at/neue-galerie-graz/sammlung/bruseum/informel, aufgerufen am 26.2.2022). „Meine Bilder sind verdrängtes Stampfen, Schreien und Pfauchen - ich versuche den physisch fühlbaren Prozess in einen psychisch sichtbaren umzusetzen.“ (Günter Brus, 1960 auf: https://www.museum-joanneum.at/neue-galerie-graz/sammlung/bruseum/informel, aufgerufen am 26.2.2022)

(Sophie Cieslar)