Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

05. Mai 2021, 16:00 Uhr

0333

Eduard Angeli*

(Wien 1942)

„Wellen“
2020
Pastell auf Leinwand; gerahmt
100 x 100 cm
Rückseitig signiert und datiert: Angeli 2020

€ 16.000

Eduard Angeli wurde 1942 in Wien geboren und studierte ab 1960 Malerei und Kunsterziehung in der Klasse von Robin Christian Andersen an der Akademie der bildenden Künste. Nach Abschluss seines Studiums übersiedelte er 1967 nach Istanbul, wo in seinem Atelier nahe dem Bosporus erste eigenständige, gestisch-expressive Werke in Mischtechnik entstanden. In diesen Jahren stand Angeli in engem Kontakt mit der Künstlergruppe „Wirklichkeiten“, deren Mitglieder Franz Ringel, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Martha Jungwirth und Wolfgang Herzig ein satirisch-sozialkritisch gefärbter Realismus verband.

Anfang der 2000er Jahre zog er nach Venedig, wo er, fasziniert von den verschiedenen Lichtstimmungen in der Lagune, zahlreiche Arbeiten dieses Sujets in Öl, Pastell, Kohle und Kreide schuf. „Hüzün“ (türkisch – „die Melancholie“) charakterisierte von nun an seine Bildwelten: „Ausgeräumte“ Landschaften, einsame Inseln und geheimnisvolle, menschenleere Bauwerke bilden das Repertoire seiner Bilder. Im Zuge dieser Reduzierung wurden auch die Farben beschränkt. Bewusst vermied er Acryl, die Farbpalette bestand nunmehr aus erdigen und pastelligen Tönen.
Wichtig bleibt bis heute die Konzentration auf Lichtstimmungen, wobei Gegenstände nur mehr sehr reduziert vorkommen. Die Kompositionen sind ruhig, fast meditativ. Viele seiner Werke strahlen eine geheimnisvolle, melancholische Atmosphäre aus – allmählich entsteht ein Gefühl der Isolation, ähnlich den Werken Edward Hoppers oder Giorgio de Chiricos. Nicht das Pittoreske fasziniert den Maler, sondern die Stille, das Licht und die Symbolkraft weniger vereinzelter Objekte.
(Ina Waldstein)