Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

04. März 2020, 17:00 Uhr

0606

Xenia Hausner*

(Wien 1951)

„Wonderhouse“
2004
Acryl, Collage auf Hartfaserplatte; gerahmt
172 x 225 cm

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Literatur

Carl Aigner (Hg.), Xenia Hausner. GlücksFall, Ausstellungskatalog, Ludwigmuseum in Deutschherrenhaus, Koblenz; KunstHausWien, Wien; Forum Gallery, New York 2005-2006, Abb. o.S.

€ 60.000

„Xenia Hausner malt Landschaften. Die Gegend, die sie sich dafür ausgesucht hat, sind menschliche Antlitze, menschliche Körper. Das klingt nach einer unvernünftigen Behauptung, aber es sind mir beim Betrachten ihrer Bilder immer wieder die Felder und die Wiesen vor den Fenstern unseres Kärntner Hauses eingefallen. Besonders im Herbst, wenn die Bauern die Felder umackerten, war alles uneben, beinahe grob. In diese aufgerissenen Landschaften phantasierte ich – der ich oft stundenlang am Fenster saß – die Umrisse von Gesichtern hinein. Und jetzt beim Betrachten von Xenia Hausners Bildern geht es mir umgekehrt. Ich phantasiere in ihre gemalten Gesichter meine Landschaften: grobe, offene, schutzlose Landschaften.“ (Peter Turrini, „Schutzlose Landschaften“)

Der außergewöhnlichen Präsenz von Xenia Hausners Bildern vermag man sich als Betrachter kaum zu entziehen. Vor allem ihre Menschenbilder nehmen uns emotional gefangen, mögen sie auch noch so selbst-entfremdet und damit für das betrachtende Subjekt befremdend wirken. In Porträts von Künstlerkollegen und –freunden, wie jenem von André Heller, suggeriert die Malerin psychische Zustände, die nur subtil angedeutet, nie aber konkretisiert werden und damit die Imaginationskraft des Betrachters anregen. Oft gibt Hausner den Dargestellten symbolträchtige Attribute - die Künstlerin selbst nennt sie „geheime Chiffren“ –, die es zu entschlüsseln gilt, scheinen Sie doch Näheres über den Porträtierten preiszugeben. Bestechend ist die malerische Versiertheit Hausners: die koloristische Brillanz ihrer Bilder gründet in einer fein nuancierten, sensiblen Abstimmung der Farbkomposition. Wirkt der Pinselduktus auch frei und spontan gesetzt, so ist doch jeder Strich, jeder Farbfleck, streng kalkuliert. (CMG)