Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

04. Dezember 2019, 16:00 Uhr

0720

Wolfgang Hollegha*

(Klagenfurt 1929)

„Komposition mit zwei Kreisen III“
1956
Öl auf Leinwand; ungerahmt
140 x 160 cm
Rückseitig signiert am Keilrahmen: Hollegha

Provenienz

in den 60er Jahren in den Besitz von Josef Mikl gekommen;
seit 2008 Privatsammlung, Wien

Literatur

Wolfgang Hollegha, Ausstellung im Museum des 20. Jahrhunderts, Wien 1967, Kat. Nr. 18, S. 39.

€ 15.000

Zwei kreisrunde Felder dominieren das Bild, dessen Farbgebung sich in hellen, lasierend aufgetragenen Tönen bewegt. Orange, Blau und Gelb sorgen für Leichtigkeit und eine anmutige Aura. Die Arbeit ist 1956 entstanden, als dritte Komposition einer Serie, die jeweils dasselbe Motiv zum Inhalt hat, jedoch in der Farbstellung deutlich von den anderen beiden abweicht.

Hollegha hat sich sehr früh den abstrakt-expressionistischen Arbeiten verschrieben, denen Naturbeobachtungen oder reale Gegenstände zu Grunde liegen. Den Anfang jedes Werkprozesses bildet eine Zeichnung. Das Bild selbst entsteht durch Schüttungen auf eine am Boden liegende Leinwand.

Hollegha hat das vorliegende Werk kurz nach seinem Abschluss an der Akademie der bildenden Künste in Wien geschaffen, zu einer Zeit, als er gemeinsam mit Josef Mikl, Markus Prachensky und Arnulf Rainer die „Malergruppe St. Stephan“ rund um den kunstsinnigen Monsignore Otto Mauer, ins Leben gerufen hatte. Zeitgleich gelang Wolfgang Hollegha auch der Durchbruch in den USA, wohin ihn der amerikanische Kunstkritiker Clement Greenberg eingeladen hatte. Im heurigen Jahr feierte der Künstler seinen 90sten Geburtstag. Er lebt und arbeitet mitten im Wald am Steirischen Rechberg. (Clarissa Mayer-Heinisch)