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Auktion: Antiquitäten

10. April 2019, 14:00 Uhr

0532

Kleiner Becher mit dem Portrait von Kaiser Karl VI.

Nordböhmen, nach 1711
farbloses Glas, geschliffen, geschnitten; Bodenkugel; Sockel mit Wabenschliff; leicht konische Wandung, im unteren Bereich Schliffdekor, frontseitig unter einem Baldachin das Portrait Kaiser Karls VI. als Römisch-Deutscher Kaiser nach der Krönungsmedaille von P. H. Müller (1711), rundum die Inschrift: „CAROLUS VI. D.G.R.I.S.A. / GERM.HISP.HUNG:& BOH.REX“; rückseitig der Doppeladler mit den Reichsinsignien, den Wappen der Kronländer und dem Auge Gottes unter einem Baldachin, datiert „MDCCXI“ (1711), rundum die Inschrift: „A.IOVE IMPERIO FATIS / VOTISQUE PETITUS“; dazwischen Ornamente, Laub- und Bandelwerk
H. 9,1 cm

Provenienz

2001 Glasgalerie Michael Kovacek, Wien

Literatur

vgl. Olga Drahotová/Gabriel Urbanek, Europäisches Glas, Prag 1982, Abb. 67, S. 103 (Gravur)

€ 1.500

Um 1700 nahm der im Stil von Jean Bérain gehaltene Dekor mit Laub- und Bandelwerkmotiven sowie Grotesken seinen Siegeszug durch Mitteleuropa. Ergänzt wurde die Ornamentik durch Kupferstichvorlagen von Paul Decker und anderen Kupferstechern, die diese Motive miteinander verflochten und damit einen neuen Stil prägten. Die böhmischen Glasschneider, deren dickeres Glas sich für den ausgeprägten Tiefschnitt besonders gut eignete, verbanden diese Ornamente mit Herrscherportraits, Adelswappen und Allegorien.