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Auktion: Antiquitäten

10. April 2019, 14:00 Uhr

0517

Jacob Sang Umkreis

(vor 1720, Amsterdam - 1786, Amsterdam)

„Hochzeitspokal von König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise von Preußen“
Böhmen oder Sachsen, um 1797
farbloses Glas, geschnitten, geblänkt; leicht ansteigender Stand mit Abrissnarbe; hoher, glatter Schaft mit gestauchtem Nodus; auf der Kuppa frontseitig ein Medaillon mit den Portraits von König Friedrich Wilhelm III. und seiner Gemahlin Königin Luise von Preußen in feinem Tiefschnitt, eingefasst von einer Bordüre aus geblänkten Kugeln, von Lorbeerranken gerahmt; rückseitig die bekrönte Monogrammkartusche „LFW“, von Lorbeerranken gerahmt; Blumenbordüre unter dem Lippenrand
H. 18 cm

Provenienz

Schweizer Handel;
Dr. Fischer, Heilbronn;
2001 Glasgalerie Michael Kovacek, Wien

€ 2.000

König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840), Sohn von König Friedrich Wilhelm II., übernahm nach dessen Tod im Jahre 1797 den Thron. 1793 heiratete er die mecklenburgische Prinzessin Luise. In den Napoleonischen Kriegen verlor er die Hälfte seines Landes. Als er sein Volk 1813 zum Befreiungskampf gegen Napoleon aufrief und die Massen bewaffnete wurde erstmalig ein wichtiges Privileg von Adel und Armee durchbrochen. Die Hoffnung, dass der Beitrag des Volkes zu einer liberaleren Verfassung führen würde, erfüllte sich jedoch nicht. König Friedrich Wilhelm III. schloss sich am Wiener Kongress der Heiligen Allianz an, die die nationalen und demokratischen Bewegungen mit Gewalt unterdrückte.
Königin Luise von Preußen (1776-1810) war nach dem preußischen Zusammenbruch mit ihren zehn Kindern nach Königsberg geflüchtet und versuchte in Tilsit bei Napoleon mildere Friedensbedingungen zu erreichen. Wegen ihres mutigen Eintretens für die Befreiung Deutschlands und wegen ihrer schlichten Lebensweise wurde sie von der Bevölkerung tief verehrt.

Dieses Glas wurde vermutlich anlässlich der Hochzeit 1793 graviert.