Auktionshaus

Auktion: Antiquitäten

10. April 2019, 14:00 Uhr

0555

„Deckelpokal mit zwei Silhouettenportraits“
Warmbrunn, Schlesien, um 1795
farbloses Glas, geschliffen, geschnitten, z. T. Goldmalerei, radierte Zwischengoldfolie; quadratischer Fuß mit tief eingedrückter, gemodelter Sternrosette; achtkantiger Schaft; Ringscheibe und Kuppaansatz mit Wabenschliff; eiförmige Kuppa mit zwei vertieft eingepassten Einsatzmedaillons mit den Silhouetten eines älteren Ehepaares auf Goldgrund, von Masche und Blumengirlanden gerahmt; vergoldeter Kugelfries; ansteigender, facettierter Deckel mit vergoldetem Abschluss
H. 16,5 cm

Provenienz

Wiener Privatsammlung;
2003 Glasgalerie Michael Kovacek, Wien

Literatur

vgl. Sabine Baumgärtner, Portraitgläser, München 1981, Abb. 155 und 157, S. 115/116;
vgl. Rudolf von Strasser, Licht und Farbe, Wien 2002, Abb. 305, S. 458/459

€ 2.000

Als Stein-und Wappenschneider, Silhouetteur und erfahrener Glasschneider war Johann Sigismund Menzel wohl der erste Glaskünstler, der die Technik einsetzbarer Zwischengoldmedaillons ausführte. Ganz der Mode seiner Zeit entsprechend benützte er die Silhouettenradierung als Stilmittel in seinen Glasarbeiten. Meist verzierte Menzel seine Gläser, dem damaligen Zeitgeschmack folgend, im Stil der „Louis-Seize“-Ornamentik. Diese zeichnet sich durch zierliche, lockere Umrahmungen aus Perlrändern mit Schleifen, Blüten- oder Fruchtgehängen aus. Ein erheblicher Teil seiner Medaillongläser waren Auftragsarbeiten des Preußischen Königshauses, welche oft als kostbare Geschenke Verwendung gefunden haben.