Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

06. Dezember 2017, 18:00 Uhr

0646

Karl Prantl*

(Pöttsching 1923 - 2010 Pöttsching)

„Stein zur Meditation“
1972
Schwarz-schwedischer Granit
23 x 25 x 28 cm

Provenienz

1976 Galerie Suzanne Fischer, Baden-Baden;
Privatbesitz, Deutschland

Ausstellung

1977 Galerie Suzanne Fischer, Baden-Baden;
1981 Frankfurter Kunstverein, Kat. Frankfurt 1981, Abb. S. 117

Die Arbeit ist im Werkverzeichnis "Der Steinbildhauer Karl Prantl: Werkkatalog 1950-2000" unter der Nummer 145 angeführt.

€ 31.000

Den schwarz-schwedischen, fast quadratischen Granitblock hat Karl Prantl glatt poliert und an der Oberseite perlartigen Strukturen herausgearbeitet. Diese erinnern an die aneinandergereihten Dornfortsätze am Rückgrat der Wirbeltiere aber auch an die Form versteinerter Schnecken oder Muscheln. Die Perlreihen haben gleichzeitig auch etwas fließend Vergängliches an sich, wie aus Wasser aufgetauchte Formen, die im nächsten Augenblick wieder verschwunden sein können. Der Stein bildet so auch eine kontrastreiche Symbiose zwischen der Härte des Materials und einer optisch empfundenen weichen Veränderlichkeit.

Dem Krastaler Marmor hat der Künstler eine Form mit sanft geschwungenen Rundungen verpasst und an der Oberseite kleine Mulden herausgearbeitet, die im Dialog mit dem Stein entstanden sind. Diese intensive Auseinandersetzung mit seinem Werkmaterial ist kennzeichnend für das Werk des Künstlers, „Meißel und Feilen sind die Übersetzer in diesem Gespräch.“ (Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Karl Prantl. Die Sprache der Steine. Ausstellungskatalog, Albertina, Wien 2014/2015, S. 5)

Karl Prantl erschafft so Skulpturen, die von einer unglaublichen Aura umgeben sind, die einen augenblicklich in einen „Andachtsraum“ (Schröder, S. 5) versetzt. (Sophie Cieslar)