Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

21. Juni 2017, 18:00 Uhr

0814

Otto Muehl*

(Grodnau/Bgld. 1925 - 2013 Moncarapacho/Portugal)

„Eva“
1952/53
Öl auf Karton; ungerahmt
70 × 52,5 cm
Signiert und datiert rechts unten: Mühl 52 + 53
Bezeichnet rechts unten: Eva

Provenienz

in den 1960er Jahren direkt vom Künstler erworben;
seither Privatbesitz, Wien

Die Authentizität dieser Arbeit wurde uns vom Archives Muehl (Daniele Roussel) bestätigt. Wir bedanken uns für die Mithilfe!

€ 10.000 - 20.000

Otto Mühl zählt zu einer der meist angefeindeten, polarisierenden und diskutierten Künstlerpersönlichkeiten Österreichs. Er hinterließ ein umfangreiches, sehr diversifiziertes Werk, das lange Zeit ausschließlich in Hinblick auf seine radikale Biografie und sein skandalöses Leben in der Aktions-Analytischen Kommune wahrgenommen und beurteilt wurde. Dabei wird der Beginn seiner künstlerischen Karriere üblicherweise zu Beginn der sechziger Jahre markiert, in denen Mühl zusammen mit Hermann Nietsch und Adolf Frohner auch erstmals seine Ideologie in dem Manifest „die Blutorgel“ formulierte. Vorallem die zahlreichen fotografischen Dokumentationen und Filme seiner Aktionen und das große mediale Echo darauf führten zu Mühls hohem Bekanntheitsgrad, doch widmete er sich parallel dazu stets auch seinem bildnerischen Werk, das bis in die frühen 50er Jahre zurückreicht:
Nach Kriegsende studierte der von der deutschen Wehrmacht eingezogene und 1945 vor der sowjetischen Armee geflüchtete Mühl - Deutsch und Geschichte - und schloss sein Studium 1952 mit der Lehramtsprüfung ab. Im Rahmen seines Probejahres unterrichtete er an einem Wiener Gymnasium, anschließend inskribierte er Kunstpädagogik an der Akademie der bildenden Künste und war nebenbei als Zeichenlehrer in einem Therapieheim der Stadt Wien tätig. In den folgenden Jahren arbeitete er als Zeichentherapeut. Frühe Bilder aus seiner Studienzeit wie „Eva“ (1952/53) und „Mutter mit Kind“ (1953), die in keinem Zusammenhang mit dem später international beachteten Wiener Aktionismus stehen, sondern vielmehr eine Zeit dokumentieren, in der Mühl sich naiv-experimentierend mit Farbe, Fläche und Kontur auseinandersetzt, wurden bisher kaum wahrgenommen und besitzen großen Seltenheitswert. (Ina Waldstein)