Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

21. Juni 2017, 18:00 Uhr

0833

Xenia Hausner*

(Wien 1951)

„Upper Class“
2004
Mischtechnik, Collage auf Dibond; gerahmt
196,6 × 272,5 cm; 203 × 278 cm (mit Rahmung)
Monogrammiert und datiert links unten: X.H. 04
Rückseitig bezeichnet, monogrammiert und datiert: "Upper Class", X.H. 04

Provenienz

Galerie in Trient;
Privatsammlung, Südtirol;

Literatur

Prestel Verlag (Hg.), Xenia Hausner. Hide and Seek, Glücksfall, Ludwigmuseum in Deutschherrenhaus, Koblenz, KunstHaus Wien, Wien, Forum Gallery, New York 2005, Abb. S. 93

€ 37.000

Die Verbindung von Malerei und Fotografie einerseits, das dramatische Element andererseits: Dies sind die beiden oft genannten Besonderheiten des Werks Xenia Hausners. Deren gemeinsame Wurzel liegt in der inneren Quelle dieser Kunst, dem Interesse am Menschen. So sind Hausners Arbeiten Ergebnisse eines langen und aufwendigen Prozesses, der mit unbändigem Forschergeist die Essenz sucht – einer Person, eines menschlichen Zustands, einer privaten Erfahrung. Dazu entstehen im Atelier riesige Installationen von Requisiten und Modellen, die Hausner schließlich bearbeitet und malt. Die Verwendung von Fotografien als Vorlage, Erinnerungsstütze, aber auch als übermalte Objekte spielt dabei eine ähnliche Rolle wie diese Settings – all das ist Teil eines umfassenden Kennenlernens der Situation.

Der „mixed media“ Ansatz ist in manchen Phasen tatsächlich materiell vorhanden, meist aber in der Malerei nur noch spürbar: Der Fotorealismus einzelner Partien wird evoziert, dann wieder gebrochen. Jedes Ding ist dabei dramaturgisch an der richtigen Stelle, um der Arbeit eine weitere Bedeutungsebene zu geben. Man könnte von Stillleben sprechen, wären die Bilder nicht immer in Bewegung: Wie Schnappschüsse, die einen Moment in der Zeit einfangen, den Menschen, den Zeitpunkt in all seiner Zerbrechlichkeit zeigen. (Nina Binder)