Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

24. November 2015, 16:00 Uhr

0104

Werner Berg*

(Elberfeld 1904 - 1981 Rutarhof)

„Mittsommernacht in Lappland“
1944
Öl auf Leinwand
55 × 75 cm
Monogrammiert rechts unten: W.B.
Rückseitig bezeichnet: Mittsommernacht in Lappland / 55 x 75 / Werner Berg (Kärnten)

Provenienz

Hassfurther Wien, Auktion am 29. Mai 2008, lot 16; österreichischer Privatbesitz

Wir danken Dr. Harald Scheicher für die freundliche Unterstützung.

Schätzpreis: € 25.000 - 50.000
Ergebnis: € 25.000
Auktion ist beendet.

1942 bis 1945 war Werner Berg Sanitätssoldat und Kriegsmaler in Skandinavien. Sein dezidierter Dienstauftrag lautete, die Landschaft des „hohen Nordens“ dokumentarisch festzuhalten.
Einen großen Teil dieses, obwohl in künstlerischer Unfreiheit entstandenen, doch eigenständigen Werkblocks zeigte das Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk 1999 in der Ausstellung „Fremde Landschaft“. Im Katalog dazu schrieb Wieland Schmied:
„Werner Berg war ein Maler im Krieg, kein Maler des Krieges. (…) In dem wohl furchtbarsten Krieg der menschlichen Geschichte – freilich an seiner Peripherie in einer gleichsam „windstillen Zone“ erlebt, wohl von seinen Entbehrungen, seinen Strapazen, seiner Unbill, nicht aber vom ganzen Ausmaß seines Schreckens berührt – hat Werner Berg Bilder des Friedens, der Stille und Einsamkeit geschaffen, hat er uns Landschaften vor Augen gestellt, die von den Schrecknissen der Zeit unberührt scheinen. (…)
Werner Bergs skandinavische Bilder unternehmen es, inmitten der Bedrohungen eines Krieges, die ihm nur allzu bewusst waren und die, wie wir aus seinen Briefen dieser Zeit erfahren können, sein Gemüt zeitweilig ganz verdunkelten, eine Zone zu errichten, frei von Hass und Zerstörung, eine Zone, die ihm Schutz gewähren sollte, eine Zone, die er den Schrecknissen der Zeit entgegenstellte.“ (Wieland Schmied, Fremde Landschaft. Werner Berg 1942-1945, Werner-Berg-Galerie der Stadt Bleiburg 1999, S. 26)

In einem Brief vom 7.9.1942 schrieb Werner Berg:
„Falls ich noch Jahre vor mir habe und nach diesen auf den heurigen Sommer zurückschaue, so werden mir nicht zuerst die Schrecken des Krieges vor Augen stehen, nicht einmal das gewaltige Bild des Todes und erst recht nicht die Erinnerung an viel Menschenunwürdiges – ich werde wieder wie in vielen Stunden auf den Felsböcken und –platten stehen, mit denen die Inseln in die karelischen Seen gleiten, Weite, Licht und Einsamkeit atmen.“ (Wieland Schmied, Fremde Landschaft. Werner Berg 1942-1945, Werner-Berg-Galerie der Stadt Bleiburg 1999, S. 128)