Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

12. Mai 2015, 17:00 Uhr

0026

Rudolf Wacker

(Bregenz 1893 - 1939 Bregenz)

„Zinnien“
1934
Öl auf Holz
40 × 30 cm
Signiert und datiert rechts unten: R. Wacker 34
Rückseitig eigenhändig bezeichnet: B 30 H 40 / Rudolf Wacker / Bregenz / 1934 / "Zinnien"

Provenienz

direkt vom Künstler als Honorar erhalten (Privatbesitz, Vorarlberg); seit den 1960er Jahren Privatbesitz, Wien

Literatur

Max Haller, Der Maler Rudolf Wacker 1893 - 1939. Biografie mit dem Oeuvre-Katalog des malerischen Werkes, Lustenau 1971, WV-Nr. 291 (o. Abb.)

€ 74.000

Blumen nehmen in Wackers Œuvre einen besonderen Stellenwert ein. Während er in früheren Bildern noch bevorzugt die Schönheit blühender Pflanzen malerisch zu vermitteln sucht, zeigt er die Blumen seiner Bilder nach 1930 im vergehenden Zustand. Vor dem Hintergrund einer zunehmend schwieriger werdenden wirtschaftlichen und politischen Lage werden verwelkende Blüten und Blätter zu ausdrucksvollen Symbolen der Vergänglichkeit allen Seins: "…Verdorrte Stäusse (Herbstblätter, Lampionblumen, verdorrte Zinnien, verschiedene Schoten, Kresseblätter usw.). Sie haben nicht die gleissenden, aufdringlichen Farben frischer Blumen; stiller sind sie, wie aus Staub aufglimmend. Es liegt eine unbemerkte Schönheit in diesen im Sterben erstarrten Formen und nachglühenden Farben. Sie haben ihre sinnliche Üppigkeit verloren und Symbole des Welkens und Vergehens, sind sie doch noch reich an Spuren des Lebens und voller Bedeutung. Ich bin ja ein Anwalt der unbeachteten bescheidenen Dinge. Es ist ein kleiner Beitrag neuer Sujets, die nie von ungefähr kommen und ohne Sinn sind. Übrigens ist es unangenehm, neben den frischen Blumen der Vasen gemalte an den Wänden zu sehen; es ist aber ein anderes, die verdorrten im Bilde in bleibender Lebendigkeit zu halten." (Rudolf Wacker, Tagebuchnotiz, November 1934) (CMG)