Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

12. Mai 2015, 17:00 Uhr

0027

Norbertine Bresslern-Roth*

(Graz 1891 - 1978 Graz)

„Schneeleopard“
1971
Öl auf Jute
91 × 91 cm
Signiert rechts unten: B. Roth

Provenienz

direkt von der Künstlerin erworben; seither in Besitz der Familie des ersten Eigentümers (Privatbesitz, USA)

Literatur

Michael Stoff, Bresslern-Roth. Eine Hommage im St. Veiter Schlössl zu Graz, 2003, m. Abb. (o. S.)

Das Bild wird von Frau Dr. Christa Steinle, Universalmuseum Joanneum Graz, in das in Vorbereitung stehende Werkverzeichnis aufgenommen.

 € 80.000

Ein immer wieder von der Malerin aufgegriffenes Thema ist jenes von kämpfenden Tieren, die sich ihren Platz in der Hierarchie der Wildnis sichern. Die dramatisch zugespitzte Darstellung des fauchenden "Schneeleoparden", der von einem erhöhten Baumstumpf aus zwei Hunde attackiert, ist ein beeindruckendes Beispiel für die Fähigkeit der Malerin, eine besondere Lebendigkeit in ihre Tierszenen zu legen. Mit voller Wucht hat der Schneeleopard die spitzen Krallen seiner Pranke in den Hundekörper gebohrt. Aus dem Körper des deutlich unterlegenen Tieres scheint soeben das Leben zu entweichen. Nicht zuletzt kündigen auch die Blutsspuren auf dem braunen Hundefell das unausweichliche Ende des ungleichen Kampfes an. Das verzweifelte Bellen des zweiten Hundes ist nur ein letztes Aufbegehren gegen die Übermacht der großen Raubkatze.

Bresslern-Roth entwickelte einen unverwechselbaren Malstil, der das Dargestellte wie "weichgezeichnet" erscheinen lässt. Den Effekt der seidig-matten Oberfläche erzielte sie, indem sie auf hell grundierter Jute malte. Die körnige Struktur des Trägermaterials mindert die Schärfe der Konturzeichnung, lässt die Farben fließend ineinander übergehen und verleiht den Gemälden eine samtige Oberflächentextur. (CMG)