Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

12. Mai 2015, 17:00 Uhr

0037

Ludwig Heinrich Jungnickel*

(Wunsiedel 1881 - 1965 Wien)

„Zwei Mädchen“
1932
Öl auf Leinwand auf Karton
88 × 65,5 cm
Signiert und datiert unten Mitte: L. H. Jungnickel 1932

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

€ 12.000

Von 1930 an hielt sich Jungnickel unter anderem bei seinem Malerfreund Ernst Huber am Wolfgangsee und regelmäßig in Kärnten bei Arnold Clementschitsch sowie bei Anton Kolig und Franz Wiegele, Vertretern des Nötscher Kreises, auf. Der bisher linear dominierte Expressionismus Jungnickels erweiterte sich wohl unter ihrem Einfluss um das Ausdrucksmedium Farbe. Zugleich nahmen die Darstellung von Menschen und die Ölmalerei einen breiteren Raum in Jungnickels Arbeiten ein.
Das Großformat "Zwei Mädchen" weist - typisch für Jungnickels Farbexpressionismus zu Beginn der 1930er Jahre - eine ausgesprochen lockere, nicht an Naturformen gebundene Pinselschrift auf. Übliche bildgestaltende Elemente wie Konturen, Lichter, Schatten und räumliche Verkürzungen wurden in ein eindimensionales Muster von Farbflächen transponiert. Jungnickel malte die zwei Mädchen in betont legerer Haltung und Kleidung, die Szene scheint in der freien Natur unter einem Baum angesiedelt. Motivisch blieb Jungnickels Vorliebe für die Natur und ihre Geschöpfe bestehen, doch löste er sich in dieser kurzen Schaffensperiode am weitesten von der Naturvorlage. In diesem außergewöhnlichen Bild erweist sich Jungnickel in der aggressiven Steigerung seines Kolorits als hervorragender Farbexpressionist.