Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

12. Mai 2015, 17:00 Uhr

0015

Max Ernst*

(Brühl 1891 - 1976 Paris)

„Szene im Park“
um 1913
Aquarell auf Papier
28,6 × 35,9 cm
Signiert rechts unten: Max Ernst

Provenienz

seit den 1960er Jahren in österreichischem Privatbesitz

Literatur

Werner Spies, Max Ernst. Werke 1906-1925, Köln 1975, WV-Nr. 244, S. 123

Wir danken Dr. Jürgen Pech für die freundliche Unterstützung und die Begutachtung anhand von Fotos.

€ 22.000

Das um 1913 entstandene Aquarell „Szene im Park“ stammt aus der frühesten Schaffensphase von Max Ernst, als er sich mit Werken anderer Künstler auseinander setzte und durch diese beeinflusst, bis 1919, Anregungen aufnahm und wieder verwarf. Dies geschah in einer sehr kursorischen Art und Weise. Bis zur Gründung der Dada-Gruppe entstanden unzählige Aquarelle und Zeichnungen, die es in dieser Form in der Weiterentwicklung seines Œuvres nicht mehr geben sollte.
Max Ernst selbst beschreibt diese Einflüsse in seinen „Biografischen Notizen“ - diese schreibt er in der dritten Person - folgendermaßen: „[…] seine Augen trinken alles was in den Sehkreis kommt, jedoch mit mehr Wahl: er liebt van Gogh, Gauguin, Goya, Seurat, Matisse, Macke, Kandinsky u.a.“.
Das von uns angebotene Blatt spiegelt den Einfluss von Henri Matisse auf Max Ernst wider. Er greift die Komposition des Bildes „Lebensfreude“ auf, das der bedeutende Fauvist Matisse 1906 im Salon des Indépendants in Paris ausstellte. Zur Nachahmung wurde Max Ernst wohl durch die Farbigkeit und den dynamischen Schwung des Pinselstrichs inspiriert. Bereits zu seinen Lebzeiten verweigerte Max Ernst jegliche Kategorisierung oder Einordnung seines Werkes in die üblichen Gruppen und Ismen. Auf der Suche nach der eigenen Ausdrucksform rezipierte er seine Malerkollegen, um sich später bewusst von ihnen zu distanzieren. Mit der Gründung der Kölner Dada-Gruppe legte Max Ernst 1919 den Grundstein für seine Entwicklung zu einem der bedeutendsten Vertreter der surrealistischen Kunstbewegung. (AKE)