Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

12. Mai 2015, 17:30 Uhr

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Otto Muehl*

(Grodnau/Bgld. 1925 - 2013 Moncarapacho/Portugal)

„Parndorfer Heide“
1987
Öl auf Leinwand
131 × 140 cm
Signiert rechts unten: Muehl

Provenienz

2004 im Friedrichshof erworben; seither Privatbesitz, USA

Die Authentizität dieser Arbeit wurde uns vom Archives Muehl (Daniele Roussel) bestätigt. Wir bedanken uns für die Mithilfe!

 € 25.000

…..erst, wenn die malerei in den raum übergreift, wird das ganze richtig lebendig…….
…..von farbigen bildern spreche ich, wenn das bild zu glühen beginnt. ich merke, wenn ich
male und weiterarbeite, erweitert sich die farbe zu wüsten farborgien……
… kunst ist antwort auf gespürte wirklichkeit….
Otto Mühl, Manifest der Kunst,
(in: Otto Mühl, Sammlung Leopold, Ausstellungskatalog Wien 2010, S 8)

Material/Strukturbilder, aktionistische Szenen, Porträts und Landschaftsbilder sind die wichtigsten thematischen Gruppen in Mühls bildnerischem Oeuvre. In seinem Van Gogh Zyklus 1984 setzt er sich erstmals mit der Wiedergabe von Landschaft auseinander. Die durch den aufwühlenden und impulsiven Farbauftrag psychisch aufgeladenen Landschaften des Hintergrundes ergänzen im Wesentlichen die Dramatik der Darstellungen.

Einen bewusst an Vincent van Gogh orientierten Malstil verwendet Mühl auch für seine Bilder zur Parndorfer Heide, zu dem auch die vorliegende Arbeit gehört. Sehr zügig setzt er die Farbe in schwungvollen pastosen Pinselstrichen nebeneinander. Die Form ist auf vier einfache Flächen reduziert. Der künstlerische Ausdruck entsteht durch reine Farben. Gelb, Grün, Blau und Weiß - aus diesen vier Farben setzt Mühl die Landschaft der pannonischen Rasensteppe spontan zusammen. Mühls temperamentvolle Sinnlichkeit zeigt sich auch in diesen Bildern. Sie sind von seiner ungestümen Leidenschaft geprägt und vermitteln einen intensiven, lebendigen und unmittelbaren Eindruck auf den Betrachter.

Die Darstellung von Landschaft kommt in Mühls Gesamtwerk vergleichsweise selten vor (87-90 Parndorfer Heide und 98/99 Portugal). Aber es gelingt ihm auch bei diesem wenig aktionistisch vorbelastetem Thema, durch richtig platzierte Farbe und Form lustvolle, energiegeladene Bilder zu schaffen. Die Farbe wird zur Landschaft und ist gleichzeitig ein Ausdruck von ungehemmter Sinnlichkeit. (Christa Armann)