Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

26. November 2014, 15:00 Uhr

0437

Hermann Nitsch*

(Wien 1938)

„Vintage Fotografie, 50. Aktion, 24 Stunden Spiel 1975“
1975
40 Schwarz-Weiß-Fotografien, Foto: Kurt Will
je 30 × 21 cm
Alle 40 Fotoarbeiten sind Unikate, rückseitig signiert und datiert "Hermann Nitsch 1975" und "Kurt Will" sowie gestempelt und gestanzt

€ 22.000

„meine aktionen sind nur sehr bedingt dokumentierbar. das entscheidende ist und bleibt die aufführung. die direkte sinnliche erfahrung des realen geschehnisses wird das wesentlichste und beabsichtigte bleiben...

bei der dokumentation durch fotografie weiss man eindeutig um das unzulängliche. nur ein moment, eine phase, eine hunterttstelsekunde des aktionsablaufes wird festgehalten. meine frühen aktionen habe ich fast alle durch fotos bekannt gemacht. wir veranstalteten fotoaktionen, da es fast nicht möglich war, öffentlich aktionen abzuhalten...

die aktion soll wie ein verkehrsunfall, wie irgendein sensationelles ereignis registriert werden. jedes geschehen hat von einer bestimmten sicht aus seine beste optische wirksamkeit. auch sollen die höhepunkte des zeitlichen ablaufes erfasst werden...

sehr wichtig ist es auch, die höhepunkte des zeitlichen ablaufes zu erfassen. ohne regeln entwickeln zu wollen, kann man von drei günstigen aufnahmetypen sprechen: 1. das totale geschehnis mit den darum herumstehenden zuschauern. oft sieht man nur einen kreis von menschen um die aktion herumstehen, auch das zu registrieren ist wichtig. 2. das unmittelbare aktionsgeschehen und die hantierenden akteure. 3. detailaufnahmen, etwa bestimmte objekte und materialien oder körperteile von passiven akteuren. dabei sollen verkürzungen nach möglichkeit vermieden werden.“
- Hermann Nitsch „anweisungen für fotografen und kameraleute“, 1979