Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

26. November 2014, 15:00 Uhr

0438

Markus Prachensky*

(Innsbruck 1932 - 2011 Wien)

„Hongkong Ramble“
2000
Öl auf Leinwand
155 × 115 cm
Signiert und datiert rechts unten: PRACHENSKY 00
Signiert und datiert rückseitig auf Leinwand: Markus PRACHENSKY 2000
Datiert und betitelt rückseitig am Keilrahmen: "Hongkong Ramble - 2000"

Provenienz

im Kinsky, Auktion am 16.05.2006, lot 259; europäische Privatsammlung

€ 22.000

„Keine andere Farbe zieht so viel Aufmerksamkeit auf sich: Rot wird immer bemerkt.“ (Wolfgang Fleischer, Maler und Reisendender, in: Ausstellungskatalog, Markus Prachensky. Berlin 2000, Willy-Brandt-Haus, Galerie Georg Nothelfer, Berlin 2000, S. 16)

Rot ist auch die dominierende Farbe im Bild „Hongkong Ramble“, das 2000 im Jahr nach der zweiten Hongkong Reise von Markus Prachensky – die erste war 1996 - entstanden ist. Der Beititel bezieht sich auf die Musik des berühmten Jazz Musikers Jelly Roll Morton und eines seiner bekanntesten Stücke „Oh, didn’t he ramble“. Beim Arbeiten an den jeweiligen Serien ist es oft eine bestimmte Art Musik, die der Künstler gerne hört. So verweisen seine Bildtitel nicht nur auf den Ort, an dem er sich die Inspiration für seine Bilder holte, sondern auch auf die Musik, die beim Malen im Atelier zu hören war. Das konnte klassische Musik ebenso sein (Umbria Cantata, Umbria Quartetto) wie Jazzmusik (Campania Shuffle, Luxor Swing) oder Blues (Etruria Blues).

Wohl muss Prachensky die unheimliche Symmetrie der aufragenden Hochhäuser am Wasser – die beeindruckende Skyline von Hongkong - fasziniert haben. Steht hier doch eine äußerst lineare Form, die aus horizontalen und vertikalen Balken gebildet wird, im leuchtendsten Rot fest im Bild verankert. Am unteren Rand überlagern blaue, bogenförmige Pinselstriche das Fundament der roten „Architektur“. Das Blau könnte durchaus als Sinnbild für das an die Ufer der Hafenbecken klatschende Wasser des Pearlriver-Deltas sein. Die nach oben wild wegspritzende Farbe assoziiert man mit der Gischt der Brandung. Aber auch die Strenge der roten Tektonik lockert Markus Prachensky mit bewusst platzierten Spritzern und mit runden Farbexplosionen an den Außenkanten des zentralen Rechtecks auf. In seiner Malerei sucht er so stets den Ausgleich zwischen offenen und geschlossenen Formen, zwischen Emotion und Beherrschtheit. (Sophie Cieslar)