Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

25. März 2014, 17:00 Uhr

0193

Arnulf Rainer*

(Baden 1929)

„Kreis“
1950
Bleistift auf Papier
99 × 70 cm
Signiert und datiert links unten: Rainer 1950

Provenienz

Privatsammlung, Wien

€ 25.000

Im Sommer 1950 war Arnulf Rainer zusammen mit Maria Lassnig nach Paris gereist, um dort diejenigen persönlich kennenzulernen, auf die es dort „ankam". Mit TRRR waren die vom Surrealen bestimmten Zeichnungen signiert. Rainer hat in Paris Riopelle persönlich kennen gelernt und unter dem Eindruck von dessen Bildern ähnliches versucht: ausgesprochene Fleckenmalerei auf Hartfaserplatten, die er „Atomisierungen" nannte. Lassnig und Rainer haben, wie es Alfred Schmeller bezeichnete, den „Bazillus des Informel" nach Österreich gebracht. (…)
Rainers Tiefseeszenarien ohne entschiedenes Oben & Unten waren im Verlauf der Entwicklung ohnedies immer kleinteiliger geworden, ein amöbenhaftes Gewimmel. Von dort her war der Schritt ins vollends Ungegenständliche, Entformte und geradezu Automatische naheliegend und eine nächstbeste Entscheidung. In Reduktion des allgemein über die Bildfläche gebreiteten Infusorien-Gewimmels wurde dieses von ihm alsbald um ein Zentrum herum massiert. Rainers verschiedenfältige „Zentralisationen" waren das schließliche Resultat. Seine Vertikalgestaltungen bildeten sodann den nächsten Schritt, welcher, entsprechend vorangetrieben, jenes Zustreichen und Überschichten herbeiführte, mit denen Rainer seine künstlerische Reputation als Überzeichner und Zumaler festigte.
(Otto Breicha, „Der junge Rainer", in: Arnulf Rainer. Abgrundtiefe-perspektiefe, Kat. Kunsthalle Krems, 1997)