Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

26. November 2013, 19:00 Uhr

0736

Karl Prantl*

(Pöttsching 1923 - 2010 Pöttsching)

„Zeichen“
1952
Bronze
77 × 60 × 21 cm
Auflage: 1/3

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

Literatur

Alexander Winter, Der Steinbildhauer Karl Prantl: Werkkatalog 1950-2000, Dissertation, München 2008, vgl. WK 5, Abb. S. 85

€ 44.000

In den 50er Jahren fungierte Karl Prantl im Römersteinbruch St. Margarethen als spiritus rector der legendär gewordenen Bildhauersymposien. 11 Künstler aus acht Ländern kamen 1959 zum ersten Mal dorthin, um während des Sommers gemeinsam zu arbeiten. Die 57 Steine von Bildhauern aus aller Welt, die teilweise bis heute im Steinbruch zu sehen sind, zeugen von langer Tradition. Karl Prantl selbst hat bis zu seinem Tod im Jahr 2010 ein großes Lebenswerk geschaffen. Von Kreuzwegen und Meditationssteinen bis zu Skulpturen und Grenzsteinen reicht die Palette. Ursprünglich hat Prantl nach Modellen gearbeitet. „Zeichen“ ist eines davon: ein strenger Block , ein Quader mit abgerundeten Kanten dessen glänzend polierte Oberfläche in zartem Rosa schimmert und dem Einschlüsse und Adern Charakter verleihen.
Später schuf Prantl seine Werke direkt aus dem Stein, ohne Vorzeichnungen oder Modelle. Mitten in der Landschaft seiner burgenländischen Heimat rund um Pöttsching steht Karl Prantl´s Grenzstein. Aus Gummener Marmor gehauen, wirkt der dunkle Block fast wie ein Gittertor. Geometrisch geformt ist auch er in St. Margarethen entstanden, wo Prantl entdeckte, dass die Arbeit in der freien Natur etwas Besonderes ist.
Keines von Karl Prantls Werken gleicht dem anderen, auch wenn Themen und Typen immer wiederkehren. Für Karl Prantl war Stein ein lebendiges Wesen. Seine Ablagerungen, Sinterungen, Farben, Einschlüsse, Adern und Verwerfungen sind die Sprache des Steins und der Bildhauer hat durch geduldiges Befühlen, Anschauen und behutsame Bearbeitung versucht, den Charakter des Steins auch für den Betrachter sichtbar zu machen. (Clarissa Mayer-Heinisch )