Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

18. Juni 2013

0810

Albin Egger-Lienz

(1868, Stribach bei Lienz - 1926, St. Justina bei Bozen)

„Stube“
Öl auf Leinwand auf Hartfaserplatte
41,5 × 55,5 cm

€ 5.000

Albin Egger-Lienz
(Stribach bei Lienz 1868 - 1926 St.Justina bei Bozen)

Bauernstube, um 1920
Öl auf Leinwand, später auf Hartfaserplatte kaschiert; 41,5 x 55,5 cm
Das Bild wird in die Erweiterung des Werkverzeichnisses aufgenommen.

Provenienz: Sammlung Franz Hauer; österreichischer Privatbesitz

Literatur: vergleiche: Wilfried Kirschl: Albin Egger Lienz 1868-1926. Das Gesamtwerk Band II. Christian Brandstätter Verlag, Wien-München, 1996, S. 558, WV M 480 - M 488 (Vergleiche Bauernstuben 1920)

Albin Egger-Lienz wurde am 29. Jänner 1868 in Stribach in der Nähe von Lienz in Osttirol geboren. Ersten Malunterricht erhielt er von seinem Vater, dem Kirchenmaler Georg Egger und dem befreundeten Maler Hugo Engl. 1884 begann er an der Akademie in München zu studieren, 1899 übersiedelte er mit seiner Frau nach Wien. Künstlerische Orientierung fand er zunächst in der Malerei der Münchener Schule, besonderes Interesse zeigte er aber auch für die französische Pleinair-Malerei. Bedeutend war auch der Einfluss Franz von Defreggers auf sein frühes Werk. Die Auseinandersetzung mit der Kunst Ferdinand Hodlers führte zu einer Vereinfachung seiner Formsprache. 1900 wurde er Mitglied des Wiener Künstlerhauses, 1909 trat er der Wiener Secession bei. 1912/13 wirkte er als Professor an der Hochschule für bildende Kunst in Weimar, anschließend ließ er sich in St. Justina bei Bozen nieder, wo er am 4. November 1926 starb.

"In seinen 'Studien von Bauernstuben' aus dem Jahr 1920, als Egger die Arbeit am Tischgebet aufnahm, bediente sich der Maler durchwegs der traditionellen zentralperspektivischen Darstellungsweise, wie er sie auch in seiner Frühzeit angewandt hatte. Egger bewegte sich also in der Behandlung dieses Problems bewusst und mit aller Entschiedenheit auf zwei verschiedenen stilistischen Ebenen. So wie er in der mittleren Zeit parallel zu den großen, monumental-dekorativen Frieskompositionen eine realistisch-räumliche Linie weiter verfolgt hatte, bestand diese nun neben der formal komplexen 'Hochsprache' der späten Kompositionen fort …"
(Kirschl, S. 337)