Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

23. April 2013, 18:00 Uhr

0028

Josef Stoitzner*

(Wien 1884 - 1951 Bramberg im Pinzgau)

„Blumenstillleben“
1914
Öl auf Leinwand
79,5 × 90 cm

€ 20.000 - 40.000

Josef Stoitzner *
(Wien 1884 - 1951 Bramberg im Pinzgau)

Blumenstillleben mit Astern, Nelken und Kapuzinerkressen, 1914
Öl auf Leinwand; 79,5 x 90 cm
Signiert und datiert rechts unten: Stoitzner Josef 1914.

Provenienz: österreichischer Privatbesitz

Josef Stoitzner wird am 24. Februar 1884 in Wien geboren. Bei Anton Ritter von Kenner erhält er seine erste künstlerische Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule. Von 1906 bis 1908 studiert er an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Franz Rumpler. 1905 beginnt er seine Tätigkeit als Zeichenlehrer, im Jahre 1909 legt er die Lehramtsprüfung ab und kann somit von 1916 bis 1919 die Nachfolge der Landschaftsmalerin Tina Blau als Lehrer an der Wiener Frauenakademie antreten. Ab 1922 ist er als Fachinspektor für den Zeichenunterricht an den Bundeserziehungsanstalten in Wien, Traiskirchen, Wiener Neustadt, Graz-Liebenau tätig und von 1937 an auch Fachinspektor für Zeichen- und Handfertigkeitsunterricht an den Knabenmittelschulen in Wien. Seine langjährige Lehrtätigkeit sollte ihn schließlich auch an seine einstige Bildungsstätte, die Wiener Akademie, zurückführen, wo er von 1932 bis 1944 als Lehrbeauftragter für Methodik des Zeichenunterrichts nachweisbar ist.
Das malerische Oeuvre von Josef Stoitzner umfasst hauptsächlich Landschaften und Stillleben, die sich durch Sorgfalt der Zeichnung sowie durch tiefe und pastose Farben auszeichnen. Bereits 1909 tritt er der Wiener Sezession bei, 1939 wird er Mitglied des Wiener Künstlerhauses. Josef Stoitzner stirbt am 9. Juli 1951 im Alter von 67 Jahren in Bramberg im Pinzgau.
In dem hier angebotenen Gemälde "Blumenstillleben" sind mehrere Vasen unterschiedlichster Art auf einem Tisch arrangiert. Der Hintergrund ist in einem zurücknehmenden Schwarz-Grau gehalten. Die den Betrachter sofort in den Bann ziehende Vielfalt der Blumen reicht von Pfingstrosen, Hortensien und Nelken über Zinien bis hin zu Wiesenblumen und einfachem Blattwerk. Durch den Lichteinfall von links oben bekommen die farbenprächtigen Blütenblätter einen selbstleuchtenden, lebendigen und intensiven Charakter. Mit dem Schattenwurf der Vasen auf das Tischtuch entwickelt Stoitzner neben einer Zeitlichkeit auch eine gewisse Spannung in der Komposition. Schön ist der differenzierte Pinselduktus: so sind die Pinselstriche bei Tischtuch, Hintergrund oder der gelben Vase pastos und grob, im Gegensatz zu den filigran und bis ins letzte Detail liebevoll ausgeführten Blüten. (CP)