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Auktion: Klassische Moderne

23. April 2013, 18:00 Uhr

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Objekt

0006

Oskar Kokoschka*

(Pöchlarn 1886 - 1980 Montreux)

„Blumenstillleben“
1959
Öl auf Leinwand
89 × 70 cm

€ 270.000

Oskar Kokoschka *
(Pöchlarn 1886 - 1980 Villeneuve/CH)

Blumenstillleben, 1959
Öl auf Leinwand; 89 x 70 cm
Monogrammiert rechts unten: OK
Ausstellungsetikett "Große Kunstausstellung", Haus der Kunst, München, 1961, rückseitig
Das Gemälde wird unter der Nr. 434 in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Ölgemälde Oskar Kokoschkas, von Johann Winkler und Katharina Ewig, aufgenommen.

Provenienz: deutscher Privatbesitz; Marlborough Fine Art, London; österreichischer Privatbesitz

Ausstellungen: Große Kunstausstellung, Haus der Kunst, München, 7. Juni - 10. Oktober 1961, Kat.-Nr. 190; Der Gegenstand in der österreichischen Malerei und Plastik, Secession, Wien, 16. Oktober - 19. November 1961, Kat.-Nr. 22 (Abb.); Oskar Kokoschka zum 85. Geburtstag, Österreichische Galerie, Wien, 27. April - 16. Juni 1971, Kat.-Nr. 73; Oskar Kokoschka 1886-1980, Museum des 20. Jahrhunderts, Wien, 19. März - 13. April 1982, Kat.-Nr. 110; Oskar Kokoschka: The Late Work 1953-1980, Marlborough Fine Art, London, 8. Juni - 21. Juli 1990, Kat.-Nr. 6 (Farbabb.); Oskar Kokoschka, Exil und neue Heimat 1934-1980, 459. Ausstellung der Albertina, Wien, 11. April - 13. Juli 2008, Kat.-Nr. 106, Abb. S. 207

NORMALBESTEUERUNG

Oskar Kokoschkas umfangreiches, beeindruckend vielseitiges Oeuvre, das den Bogen über fast acht Jahrzehnte spannt, zeigt ihn als radikalen, gegen alle Konventionen aufbegehrenden Avantgardisten, immer wieder aber auch als Bewahrer der malerischen Tradition. So hat er sich nach dem Krieg energisch gegen den Weg in die Abstraktion gewehrt und sich stattdessen um Kontinuität und die Wiederaufnahme traditioneller malerischer Werte bemüht.
Während der Kriegsjahre in England spielte das Thema der Naturdarstellung zunehmend eine wesentliche Rolle in der Wahl seiner Bildsujets. Landschaftsskizzen, Tierstillleben und reizvolle Blumenbilder entstanden, die eine große Nähe zur Natur widerspiegeln. Als er 1953 von London in die Schweiz übersiedelte und sich in seiner Villa in Villeneuve am Genfersee der Natur noch mehr verbunden fühlte, avancierten die Blumen seines Gartens zu einem bevorzugten Darstellungsgegenstand. Oft unterbach er seine Arbeit und ging in seinen Garten, um "zu bestaunen, was wieder Neues wuchs oder aufblühte. Es ist wirklich ein Paradies, und jetzt sehe ich, wie notwendig mir der Kontakt zur Natur ist nach 16 Jahren stinkender, lärmender Großstadt" (Oskar Kokoschka, Briefe, Bd. IV, S. 26, 1954). Kokoschka malte während dieser Schaffensphase zahlreiche Blumenaquarelle, nur selten aber führte er Blumenstillleben in Öl aus.
Mit äußerst dynamischen, raschen Pinselzügen bringt Kokoschka in unserem wunderschönen, raren Ölbild die natürliche Pracht der wildgewachsenen Blumen auf die Leinwand. Das Gemälde des Straußes mit blühendem Rittersporn, Kornblumen, Rosen und anderen Gartenblumen in einer Henkelvase malte er im Spätsommer 1959 in Villeneuve. (CMG)