Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

23. April 2013, 18:00 Uhr

0107

Oswald Oberhuber*

(Meran 1931 - 2020 Wien)

„Nach Informellen“
1949-1993
Mischtechnik auf Molino
ca. 360 × 300 cm

€ 23.000

Oswald Oberhuber *
(Meran 1931 geb.)

Nach Informellen, 1949-1993
Mischtechnik auf Molino; ca. 360 x 300 cm
Provenienz: ehemalige Sammlung Breicha; Privatbesitz, Österreich
Literatur: Peter Noever in (Hrsg.) Peter Noever: Oswald Oberhuber. Geschriebene Bilder. Bis heute. MAK Wien und Springer-Verlag Wien New York 1999

Wenn wir nur über seine Arbeit sprechen, kann ich sagen: Er knetet mit Farbe, malt mit Wörtern, zeichnet mit Papier und modelliert mit einem Bleistift. Oder ich kann sagen: Oswald Oberhuber hat ständig gegen seine eigenen Möglichkeit angekämpft, um die Dimension des Faszinierenden erreichen zu können, eine Dimension, in der die Dinge Fragen aufwerfen, Unordnung schaffen, unsere Sicherheiten stören. Er hat sich für Unberechenbarkeit und Widerspenstigkeit, kritischen Ekel und Ärger, Ohnmacht und inneren Zweifel entschieden, um der Sterilität der Wiederholungen und Variationen aus dem Weg zu gehen. Sein Thema ist der einamlige Augenblick, in dem das Kreative potentiell Gestalt annimmt. (Jan Hoet in: Oswald Oberhuber. Geschriebene Bilder, S. 128)

Oswald Oberhuber, ein Schüler von Fritz Wotruba und Willi Baumeister, zählt zu den vielseitigsten Künstlern der österreichischen Kulturszene. Zu seinem 75. Geburtstag wurde er von der Wiener Secession und dem Tiroler Landesmuseum mit einer speziellen Schau geehrt. 2004 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. In seinem Œuvre spielte anfänglich die informelle Malerei eine große Rolle, ebenso wie die gegenständliche Malerei, Zeichnungen und Selbstporträts. Eine zentrale Rolle spielen in seinem künstlerischen Schaffen auch die sogenannten Schriftbilder. Peter Noever meinte, dass bei Oberhuber neben dem sprachlichen Wert jedes einzelnen Buchstabens auch seine Gestalt Bedeutung bekommt. Oberhuber stellt Rechnungen auf, schreibt mit uniformen Folienbuchstaben und unterschiedlichen Handschriften, beharrt eigensinnig darauf, daß auch eine monochrome Oberfläche ein geschriebenes Bild ist und knüpft so einem allein auf Textgehalt fixierten Blick kalligraphische Schlingen, die ins Unendliche ziehen. (Peter Noever in: Oswald Oberhuber. Geschriebene Bilder, S. 7)