Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

23. April 2013, 18:00 Uhr

0096

Peter Kogler*

(Innsbruck 1959)

„o.T.“
2001
Siebdruck auf Leinwand
110 × 210 cm

€ 15.000 - 25.000

Peter Kogler *
(Innsbruck 1959 geb.)

o.T., 2001
Siebdruck auf Leinwand; 110 x 210 cm
Provenienz: Privatbesitz, Österreich
Rückseitig signiert und datiert: P Kogler 2001
Unikat

Das Werk Peter Koglers setzt sich aus wenigen, zeichenhaft gehandhabten Elementen zusammen. Seit 1984 hat der österreichische Künstler aus Motiven des menschlichen Hirns, der Weltkugel, der Ameise und der Röhre vielschichtige, über Wände, Böden und Decken wuchernde begehbare Raumlabyrinthe entwickelt. Wie kaum ein anderer Künstler der Gegenwart formuliert Kogler damit präzise Bilder für unsere zunehmend von Datenströmen und elektronischer Kommunikation beherrschte Welt. Gleichzeitig verbindet er diese Visualisierung mit einer körperlichen Erfahrung von Ortlosigkeit und Desorientierung. Dabei gründet die Überzeugungskraft der Arbeiten wesentlich auf ihrer kongenialen Verknüpfung mit dem Raum. Mit Hilfe von bedruckten Tapeten, Vorhängen und Videoprojektionen wandelt sich die jeweilige Architektur in eine virtuell anmutende, sowohl end- wie auch bodenlose Raumflucht, in deren Verschlingungen der Betrachter unterzugehen droht.

Indem Kogler formal die Traditionen minimalistischer und konzeptueller Raumkunst von Sol LeWitt über Joseph Kosuth bis Daniel Buren reflektiert, gelingt es ihm, sein Zeichenrepertoire so anzulegen, dass es den Status eines Labels erhält, ohne seine Anbindungsfähigkeit an Inhalte damit zu gefährden. In einem bewusst widersprüchlichen Sinn sind Koglers Arbeiten immer zugleich “leere” Projektionsflächen und inhaltlich aufgeladene Reflexionsräume. Insofern lässt sich beispielsweise seine täuschend dreidimensional wirkende graue Röhrenform stets mehrdeutig lesen: Als reines Muster, als organoide Konstruktion oder Architektur, als Metapher für das komplizierte System aus Venen und Arterien in unserem Körper, als mikroskopisch vergrößerter Blick auf unsere Hirnwindungen oder schließlich als Visualisierung elektronischer Leitungssysteme und Datenautobahnen.

Peter Kogler studierte in den 1970er Jahren an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 1986 bis 1987 lehrte er als Dozent an der renommierten Städelschule, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main. Lehrtätigkeiten an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris sowie an den Akademien der Bildenden Künste in Wien und München folgten. Seit den späten 1070er Jahren stellt er in ganz Europa und den Vereinigten Staaten aus: 1993 Biennale die Venezia, 2006 Museum of Modern Art in New York, 2008 im MUMOK Wien, 210 in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main, um nur einige zu erwähnen. 1995 vertrat er Österreich bei der Biennale von Venedig. (AP)