Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

13. November 2012

0113

Josef von Führich

(Kratzau 1800 - 1876 Wien)

„Mädchen mit Schutzengel“
1827
Öl auf Holz
180 × 116 cm

€ 15.000 - 25.000

Josef von Führich
(Kratzau 1800 - Wien 1876)

Kleines Mädchen mit Schutzengel
Öl auf Holz; 180 x 116 cm
Signiert und datiert rechts unten: Jos. Führich pinxit. 1827. A.D.
Provenienz: ehemals Sammlung Schwarzenberg-Hoyos (laut rückseitigem Etikett); Privatbesitz, Deutschland

Joseph Führich erhielt seinen ersten künstlerischen Unterricht bei seinem Vater Wenzel Führich, der Maler und Steinmetz war. Daneben bildete er sich autodidaktisch weiter und schließlich ermöglichten ihm Stipendien 1820 ein Kunststudium in Prag sowie ab 1827 einen Aufenthalt in Italien. In Rom wurde er Mitglied des Lukasbundes und vollendete 1827-1829 die von Franz Overbeck begonnenen Fresken im Tasso-Saal des Casino Massimo. Unter dem Einfluss der Nazarener widmete sich Führich nun ausschließlich religiösen Themen, wodurch er von seinen Kollegen als „Theologe mit dem Stifte“ bezeichnet wurde.

1829 kehrte Führich nach Prag zurück, 1834 folgte seine Berufung als Kustos an die Graf Lambergsche Gemäldegalerie der Wiener Akademie und im Jahr 1840 wurde er dort Professor für historische Komposition.
In Wien wandte er sich nun monumentalen Aufträgen zu, so arbeitete er von 1844-1846 an den Kreuzwegfresken in der St. Johannes Nepomuk-Kirche. Im Revolutionsjahr 1848 musste Führich Wien jedoch verlassen und flüchtete in seine böhmische Heimat. 1851 kehrte er nach Wien zurück, wo er bis 1861 an seinem Hauptwerk, den Wandmalereien in der Altlerchenfelderkirche, arbeitete. Im selben Jahr wurde er durch Kaiser Franz Joseph in den erblichen Ritterstand erhoben, und 1875 zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt, nur ein Jahr später verstarb Führich in Wien. (MS)