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Auktion: Zeitgenössische Kunst

02. Oktober 2012

Objektübersicht
Objekt

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Eduard Angeli*

(Wien 1942)

„Die Verkündigung“
1988
Mischtechnik auf Papier auf Hartfaserplatte
120 × 169 cm

€ 20.000 - 35.000

Eduard Angeli*
(Wien 1942 geb.)
Die Verkündigung
Mischtechnik auf Papier auf Hartfaserplatte
120 x 169 cm
Signiert und datiert rechts unten: Angeli 88

Eduard Angeli studierte bei Robin Christian Andersen an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Von 1966 bis 1971 hielt er sich in Istanbul auf, wo er als Professor an der Staatsakademie Istanbul Malerei unterrichtete. Seit seiner Rückkehr lebte und arbeitete Eduard Angeli erst in Wien, später vor allem in Venedig.

Eduard Angeli zählt zu den singulären Gestalten unter den zeitgenössischen österreichischen Malern. Sein Schaffen bezieht eine ganz eigene Position innerhalb der bildenden Kunst Österreichs. Typisch für den Maler sind großformatige Tafelbilder, in denen er statische, stille, fast archaische Geschichten erzählt.

Waren Angelis Werke früher von kräftigen, suggestiven Farbflächen geprägt, dominiert nun eine kaum überbietbare Nüchternheit und Askese in Material- und Farbwahl. Viele seiner neueren Bilder sind auf grober, nicht grundierter Juteleinwand gemalt, und die Farben gehen oft über tonige Grauschattierungen nicht hinaus.
Das Venedig, das er uns schildert, hat nichts mit dem von Touristen überlaufenen Venedig zu tun, das wir alle kennen. Vielmehr sieht man menschenleere Hinterhöfe, düstere Hafenanlagen, bedrohlich wirkende Hausfassaden – und immer wieder die Lagune, in tausend Stimmungen, frühmorgens, abends, vor Einbruch der Nacht, nachts. Nie gibt es Menschen in seinen Bildern, die oft wie riesige Bühnen wirken, denen die Akteure auf merkwürdige Weise abhanden gekommen sind. Venedig ist nicht die laute, bunte, fröhliche Stadt, als die sie weltweit beworben wird, sondern eine existentielle Gratwanderung zwischen Leere und Einsamkeit.

Über die Bilder Eduard Angelis schrieb einmal H. C. Artmann: „Inmitten der Alltäglichkeit der Wüste gelangt man an die kahle Hinterseite der Spiegelwand, die uns ein zeitloses Ende vorzutäuschen sucht, sodass in uns Zweifel aufkommt, ob Spleen oder weises Erkennen…“ (OHR)