Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

08. Juli 2021, 14:00 Uhr

2010

Oskar Kokoschka*

(Pöchlarn 1886 - 1980 Montreux)

„Aufgestützt liegende Frau mit offenem Haar“
1913
Schwarze Kreide auf Papier
31,3 x 45,2 cm
Monogrammiert und datiert rechts unten: OK / 1913
Von fremder Hand beschriftet links unten: Liegende Frau mit aufgelöstem Haar 1913

Provenienz

ehemals Sammlung Wolfgang Gurlitt, München;
Maria Gurlitt;
Kunsthandel, Wien;
österreichischer Privatbesitz

Ausstellung

1956 Bremen, Kunsthalle, Oskar Kokoschka, 22.04.-03.06., Nr. 24;
1958 Wien, Künstlerhaus, Oskar Kokoschka, 19.05.-13.07., Nr. 215;
1958 München, Haus der Kunst, Oskar Kokoschka, 14.03.-11.05., Nr. 196;
1958 Den Haag, Gemeente Museum Gravenhage, Oskar Kokoschka, 31.07.-01.10., Nr. 107;
1959/60 Rom, Palazzo Barberini, Oskar Kokoschka, 03.12.1959-Ende Januar 1960, Nr. 28;
1961 Heidelberg, Kunstverein, Oskar Kokoschka. Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik aus der Sammlung Wolfgang Gurlitt, 08.01.-12.02., Nr. 23;
1962 Berlin, Kunstamt Reinickendorf - Kunstamt Schöneberg, Oskar Kokoschka, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik, Nr. 11;
1964 Darmstadt, Mathildenhöhe, I. Internationale der Zeichnung, 12.09.-15.11., Nr. 24;
1974 Paris, Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris, Oskar Kokoschka - aquarelle oeuvres graphiques, 26.09.-14.11., Nr. 26

Literatur

Ernst Rathenau, Oskar Kokoschka, Handzeichnungen, Werkverzeichnis Band 5, Berlin 1977, Abb. 24;
Alfred Weidinger / Alice Strobl, Kokoschka, Die Zeichnungen und Aquarelle 1897-1916, Salzburg 2008, Nr. 614, Abb. S. 398

Schätzpreis: € 25.000 - 50.000
Ergebnis: € 35.000
Auktion ist beendet.

Kokoschka war ein großartiger Zeichner. Farbstift, Kreide, Kohle und Aquarellfarben, alle diese Techniken beherrschte er virtuos in seiner künstlerischen Umsetzung. Die vorliegenden Arbeiten (Kat.-Nr. 2010-2016) sind feine, sehr persönlich ausgesuchte Blätter und Beispiele für unterschiedliche Technik und Gestaltung. Die Sammlung dieser sieben Arbeiten von Oskar Kokoschka ist eine exklusive Zusammenschau unterschiedlicher Stile und vor allem sind sie außergewöhnliche Raritäten aus der frühen Schaffensperiode des Weltkünstlers.

Nach dem Studium an der Wiener Kunstgewerbeschule und der Mitarbeit bei der Wiener Werkstätte begann Kokoschkas internationale Karriere. 1913 entstand das Gemälde „Die Windsbraut“ als beeindruckendes Zeichen seiner Obsession für Alma Mahler. Zwei sehr wichtige Zeichnungen der vorliegenden Sammlung stammen aus dieser Zeit.

Das Bildnis „Aufgestützt liegende Frau mit offenem Haar“ aus 1913 ist stilistisch an seine frühen Aktzeichnungen gebunden, die in ihrer Geometrisierung für Egon Schiele Inspiration waren. Die weitgehend geschlossene Umrisslinie positioniert die Figur im Raum. Die Haltung und die zarte Strichsetzung im Gesichtsbereich ergänzen sich zu einer sensiblen feinfühlenden Darstellung. Hier wird Kokoschkas spezielle Fähigkeit, Emotionen und innere Befindlichkeiten im Ausdruck zu verdeutlichen, sichtbar.
(Christa Armann)