Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

17. Dezember 2020, 17:00 Uhr

1621

Hans Bischoffshausen*

(Feld am See/Kärnten 1927 - 1987 Villach)

„Unites d'Espace en Transformation“
1965
Dispersion, PVC auf Leinwand; gerahmt
55 x 46,5 cm
Rückseitig signiert: Bischoffshausen
Rückseitig bezeichnet und datiert: Bischoffshausen, "Unites D'espace En Transformation" 1965

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Diese Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis von Hans Bischoffshausen aufgenommen.

€ 28.000

Die gesamten 1960er Jahre hindurch lebte Hans Bischoffshausen mit seiner Familie in Paris und schuf dort den Großteil jener Werke, die er selbst als seine „wichtigsten“ bezeichnete und die auch von der kunstkritischen Nachwelt als solche betrachtet werden. Die Pariser Schaffenszeit zeichnet sich durch eine Reduktion der Bildmittel aus, die sich vor allem in strikter Monochromie manifestiert. Über ein Jahrzehnt schuf Bischoffshausen ausschließlich einfarbige Bilder in Weiß, Schwarz oder (seltener) Gold. Anstelle der Farbe trat als Gestaltungsmittel die Reliefierung des Bildgrunds, die sich dem/der Betrachter*in hauptsächlich durch ihre Schattenwirkung offenbart. Bischoffshausen entwickelte ein reduziertes Vokabular an einfach reproduzierbaren Formelementen, die sich aus dem Bildgrund heraus oder in ihn hinein entwickeln. Diese Einzelelemente werden durch ihre intuitiv-repetitive Setzung gemeinsam zur bildkonstruierenden Struktur. Es entsteht der Eindruck latenter Formationen, die ohne das Zutun eines Künstlers aus sich selbst heraus entstehen, sich jederzeit verändern oder womöglich auch wieder vergehen könnten.

Auf diesen instabilen Eindruck nimmt der Titel des vorliegendes Bildes dezidiert Bezug, den man mit „Raumeinheiten in Veränderung“ übersetzen kann. Auffallend ist, dass Bischoffshausen hier auf zwei unterschiedliche Strukturelemente innerhalb eines Werkes zurückgreift, was verhältnismäßig selten der Fall ist. Es sind einerseits Pressdruckstellen, die sich in den Bildgrund hinein entwickeln, andererseits Hügelchen, die aus ihm herauswachsen. In Zusammenhang mit dem Bildtitel entsteht der Eindruck langsam pulsierender Strukturen, die beständig zwischen Positiv- und Negativform schwingen.
(Clara Kaufmann)