Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

17. Dezember 2020, 14:00 Uhr

1304

Ernst Stöhr

(St. Pölten 1865 - 1917 Wien)

„Tod und Mädchen“
1905
Öl auf Leinwand
63 x 79 cm
Originalrahmen

Provenienz

aus der Familie des Künstlers, Privatbesitz Deutschland

€ 20.000

Der St. Pöltner Ernst Stöhr – Maler, Graphiker, Musiker und Schriftsteller sowie Gründungsmitglied der 1897 ins Leben gerufenen Wiener Secession, Vereinigung bildender Künstler Österreichs – zählt als Maler zu den Hauptvertretern des österreichischen Symbolismus.

Stöhrs Werke zeichnen sich durch das Bestreben aus, seine Seelenstimmung und seine Gedanken in seinen Arbeiten zum Ausdruck zu bringen. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, sind seine Bilder nicht nur von symbolischem Gehalt, sondern zeigen sich häufig auch von Schwermut, Melancholie und Todesahnung geprägt.

Wie bedeutend es Ernst Stöhr erschien, seine Emotionen in seine Werke einfließen zu lassen und so nach außen zu tragen, bezeugen nachstehende Worte in einem Brief an Johann Victor Krämer:
„Nicht das hohe und weite Ziele stecken macht den Künstler, sondern das volle lebendige Aussprechen seiner Welt und wäre sie auch klein und begrenzt. Unbekümmert um Forderungen der Anderen, voll Selbstvertrauen, das sagen, was einem beliebt in der starken Hoffnung, daß, wenn es lebendig gefühlt war, daß es auch nicht leblos bleiben kann. […], male darauf los, male Alles hinein was Du fühlst, male was Du siehst, wie es in Dir jetzt lebt. […] das Beste ist immer das, was aus der tiefsten Überzeugung, mit der größten innerlichen Wärme gemacht worden ist […] Auf was es ankommt ist nur die innerliche Wärme, das Feuer der Überzeugung, die gebändigte Hast des Niederschreibens.“ (Ernst Stöhr an seinen Freund Johann Victor Krämer, 1899, zit. n.: Gabriele Bösch, Die Kunst des inneren Sehens: Ernst Stöhr - Leben und Werk, eine kunsthistorische Analyse, Univ. Diss., Marburg 1993, Frontispiz)