Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

15. Dezember 2020, 15:00 Uhr

0023

Adrian van Stalbemt

(Antwerpen 1582 - 1662 Antwerpen)

„Gehöfte am Wasserfall“
1610-1620
Öl auf Holz
22,5 x 38 cm

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Kurz-Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen, 11. Juli 2019, liegt bei.

€ 3.000

Das in der Zeit zwischen 1610 und 1620 in Antwerpen entstandene Gemälde ist in zwei Bereiche gegliedert. Der Blick schweift zunächst zu einem Häuserkomplex mit Ausblick auf eine ferne Stadt, sodann über die Wasserfläche zur Linken. Ein schmaler Bachlauf, von Vegetation und Gehöften teils verdeckt, entwickelt sich plötzlich zu einem Wasserfall, um dann ebenso unmittelbar in ein undefinierbares, ruhendes Gewässer zu stürzen und nach links aus dem Bild zu verschwinden. Geschickt werden durch rhythmische Farbabfolgen von Grünblau und Ockergelb die beiden Ebenen miteinander verbunden. Als rahmendes Element fungieren hier auffällige Felsformationen.
Bemerkenswert ist eine Auflockerung des orthogonal angeordneten Tiefenzugs: „Auf den Spuren seines größten Vorbildes, Jan Brueghel d.Ä. führt van Stalbemt aber erstaunlicherweise nicht das Prinzip der Orthogonalkonstruktion zu einem weiteren Höhepunkt, sondern er bedient sich von Anfang an einer einseitigen ‚Aufweichung‘ dieses reinen Orthogonalprinzips, indem er von verhältnismäßig hohem Augenpunkt auf eine nur wie hier linke Seite der die Tiefenerstreckung der Straße begleitende Häuserzeile, die meist von Bäumen aufgelockert wird, schaut“ (vgl. Kurz-Gutachten Dr. Ertz).
Der Einfluss von Joos de Momper (1564-1635) ist in vorliegendem Gemälde deutlich spürbar. So bereicherte Stalbemt seine Dorflandschaft mit kleinen Alltagsszenen am Rande, wie der Darstellung des Bauern mit seiner Schubkarre unten rechts am Ufer. Durch die Schilderung zeittypischer Gegebenheiten verbindet Stalbemt das Genrehafte mit der Landschaft, wobei die Landschaft dominiert.