Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

30. November 2018, 17:00 Uhr

0387

Alfons Walde*

(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

„Sitzende“
um 1919
Mischtechnik auf Papier auf Karton
58 x 40,5 cm
Rückseitig auf Karton Nachlass-Stempel mit Bestätigung von Guta E. Berger, geb. Walde

Provenienz

aus dem Nachlass des Künstlers;
Privatbesitz, Wien

Das Bild ist im Werk-Archiv von Alfons Walde mit der Nummer DA-G-30 registriert.

€ 57.000

1921 stellte Alfons Walde erstmals eine Serie von Aktdarstellungen aus. Seine erotischen Bilder fanden jedoch nicht die erhoffte Resonanz und der Künstler hielt sie fortan von der Öffentlichkeit fern. Er schuf sie abseits seiner populären, "offiziellen" Kunst. Nur selten fanden sie den Weg zum Sammler. Gerade auch wegen ihres intimen Charakters gehören diese sinnlich-erotischen Sujets zu den bemerkenswertesten Schöpfungen von Waldes künstlerischem Schaffen. Unzweifelhaft bereichern sie das Oeuvre des "Schneemalers" um eine sehr spezielle und künstlerisch überaus wertvolle Komponente. Hier konnte der Maler seine privaten Obsessionen ausleben, wobei sein humorvolles Augenzwinkern oft spürbar bleibt. Auch wenn das Thema des weiblichen Aktes den Maler ein Leben lang nicht los ließ, begann dieser Schaffensbereich erst in den letzten Jahren eine gewichtigere Rolle in der Rezeption des Oeuvres zu spielen.

Waldes weibliche Modelle präsentieren sich nackt oder spärlich bekleidet und mit modischen, aufreizenden Accessoires wie Schuhen, Schnürstiefeln oder Strümpfen ausgestattet. Die Pose der Damen ist elegant bis frivol, ihre Gliedmaßen und Körper wirken manieristisch verformt. Der nackte Körper der auf weißen Pölstern im Freien "Sitzenden" hebt sich von einem in satten Grüntönen gestalteten Naturhintergrund ab. Das kräftige Kolorit des Umraums steigert das verführerische Flair der Darstellung.
(Claudia Mörth-Gasser)