Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

20. Juni 2018, 18:00 Uhr

0845

Josef Mikl*

(Wien 1929 - 2008 Wien)

„Gespräch“
2003/04
Öl auf Leinwand; gerahmt
100 x 80 cm
Signiert und datiert links unten: Mikl 2-3-4

Provenienz

2006 direkt beim Künstler erworben;
seither Privatbesitz, Wien

Schätzpreis: € 14.000 - 20.000
Ergebnis: € 16.000
Auktion ist beendet.

Auf dem intensiven Gelb des Hintergrunds schaffen Farbfelder in starken Rot-Orange-Tönen und blaue Farbeinschlüsse ein leuchtendes, vitales Gemälde, das, obwohl die Formen und Figuren nicht eindeutig zu entschlüsseln sind, analog zu dessen Titel, eine Gesprächssituation suggerieren. Mittels der Verdichtung der farbigen Flächen schafft Josef Mikl ein gefühltes, nicht notweniger Weise explizit abgebildetes, Narrativ. Seine Malerei ist abstrakt, ohne jedoch das Figurative auszuschließen.

Josef Mikl bildete Mitte der 1950er-Jahre gemeinsam mit Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky und Arnulf Rainer rund um die damals neu gegründete Galerie St. Stephan eine Künstlergruppe, die von der informellen Malerei Amerikas inspiriert war und in weiterer Folge der Abstraktion in Österreich zum Durchbruch verhalf. Mikls Malweise wird in den folgenden Jahrzehnten immer freier und während er vorerst mit kraftvollem, breiten Pinselstrich arbeitet, gipfelt sie in den frühen 2000er Jahren in einer locker gesetzten, dünnflüssig aufgetragenen Malerei. Josef Mikl gilt als Vertreter des abstrakten Realismus, wobei die menschliche Figur in den meisten seiner Werke das zentrale Thema ist. (Clarissa Mayer-Heinisch)